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Suworow´s Marsch durch die Schweiz im Jahre 1799. II.
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mittags die russischen Vorposten an. Es kommt zu einem äußerst heftigen Kampfe; Rosenberg wirft den doppelt so starken Gegner nach Schwyz zurück Und nimmt dann seine alte Stellung wieder ein.

Spät Abends trafen endlich die letzten Maulthiere und die Arrieregarde aus dem Schächenthal ein. Die Stärke des Rosenberg'schen Corps wurde hierdurch auf 7000 Mann erhöht, es mußte aber noch einen Tag ausharren, um den Lastthieren Zeit zu lassen, nun auch den Pragel zu Passiren.

Auch Massen« erhält in der Nacht Verstärkung. Die Brigade Gudin stößt von Altdorf per Schiff zu ihm, er hat somit jetzt 15,000 Mann zu seiner Disposition.

Am folgenden Morgen (1. October) erneuert er den Angriff auf Rosen­berg ; doch umsonst, die russische Tapferkeit und Energie wirft ihn, unter sehr bedeutenden Verlusten, abermals, sogar bis hinter Schwyz, zurück.

Während Rvsenberg nun schon den zweiten Tag die wiederholten An­griffe Massena's so glänzend abgewehrt, hatte sich Suworow auf der andern Seite einen Weg durch das Klönthal nach Glarus gebahnt. In der Nacht vom 30. September zum 1. October ließ dort Bagration mit 4 Regimentern, über die steilen Felsmassen sich einen Weg bahnend, eine Umgehung der französischen Position ausführen. Mit Morgengrauen geschah ein erneuerter Angriff. Die Umgehungscolonne griff so glücklich hierbei ein, daß Molitor die Stellung räumen mußte und zum eiligen Rückzug gezwungen wurde. Die Russen folgten auf dem Fuße. Gegen Abend treffen endlich die Vor­truppen der Division Gazan zur Unterstützung Molitor's ein. Letzterer benutzt das hierdurch momentan erhaltene Uebergewicht augenblicklich und greift wieder zur Offensive. Die Russen werden gezwungen, die schon genommenen Orte Nollis und Näfels wieder zu räumen und nehmen eine Vorpostenaufstellung etwas nördlich Nettstall auf beiden Ufern der Linth. Während die Avant­garde sich bei Näfels schlug, ging der übrige Theil der russischen Colonne über den Klönbach, besetzte Glarus und bezog zwischen letzterem Ort und dem Klönbach ein Bivouak.

In der Nacht ließ Suworow an Rosenberg den Befehl ergehen, mit dem Abzüge aus dem Muottathal zu beginnen. Dieser Abzug war einem so über­legenen Feinde gegenüber, wenn derselbe auch wiederholt geschlagen, ein schwieriges Unternehmen. Nosenberg wußte sich aber zu helfen, er nahm zur ^>st seine Zuflucht, er sandte den Einwohnern von Schwyz die strenge Ordre für 12.000 Russen, welche am nächsten Tag in die Stadt einrücken würden, Lebensmittel in Bereitschaft zu halten. Die Franzosen, obwohl sie nicht Schwyz besetzt, erfuhren dieß natürlich und erwarteten den ganzen 2- October den Angriff der Russen. Da aber Niemand kam, entschloß sich