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Peter Reichensperger, Kulturkampf oder Friede in Staat und Kirche. Berlin 1876.
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dingungen zu citiren, weil ich im Verlauf meiner Ausführung die Unver­träglichkeit des modernen Papstthums und des modernen Staates ausge­sprochen habe. Aber fällt das moderne Papstthum zusammen mit dem echten Katholicismus? Meine Ansicht über diese Frage habe ich im Vorgehenden kurz angedeutet. Das moderne Papstthum, ich gebe es zu, wird mit dem modernen Staat, auf welchem nationalen Boden derselbe auch aufgerichtet sei, nie einen andern, als einen Scheinfrieden schließen können. Denn dieses Papstthum verlangt eine unbedingte alleinige Herrschast über Geist, Gewissen und Gemüth der Staatsbürger. Bei dieser Theilung kann das Papstthum leicht von Coordination sprechen, bei der es sich von selbst versteht, daß der Körper dem Geist folgt. Aber darum ist der Kampf, den der deutsche Staat gegen den römischen Stuhl gegenwärtig führt, nicht sein Kampf allein, sondern der Kampf aller Staaten, aller christlichen Obrigkeiten. Es handelt sich um das Recht dieser Obrigkeiten auf ihr eigenes Gewissen und auf das Gewissen ihrer Bürger. Ein Recht, das nicht durch Herrschaftsmittel, sondern durch die geistigen Waffen der Wahrheit ausgeübt werden soll und gegenüber den römisch-katholischen Bürgern negativ durch den Schutz vor willenloser Ver­finsterung durch die unfehlbaren Dekrete einer absoluten Person, deren Gebiet keine Schranken hat, als diejenigen, welche jener Absolutismus inne zu halten für gut findet. Es giebt nur drei Denkbarkeiten, welche die Zukunft ver­wirklichen kann: entweder das Unterliegen des deutschen Nationalgenius unter das moderne Rom, welches gleichbedeutend mit des ersteren Selbstmord ist; oder das Erliegen des modernen Rom auf dem Boden des deutschen Staates unter des letzteren protestantischen Genius, oder endlich die wenigstgewaltsame Lösung durch eine vom Papstthum bei einem andern Träger ausgehende Einordnung desselben in einen neuen Organismus der christlichen Obrigkeit als deren Spitze für die katholische Welt.

Constantin Rößler.

"Mus Aetmold.

/X Wenn plötzlich in einem langdauernden unerquicklichen Streit, in wel­chem die Betheiligten sich stark erhitzt haben, eine neue Persönlichkett zum Mithandeln berufen wird, so pflegt dies der betreffenden Sache meistens zum Vortheil zu gereichen. Dieses glücklichen Umstandes hat sich der Verfassungs­streit in Lippe-Delmold zu erfreuen. Seit 1871 herrscht hier Unfriede zwi-