43«
Harry Arnim. Wenn der Reichstag sich nach dem Abgeordneten Laster richtet, so wird er die Harry Arnim verewigen. Wir denken, dies benimmt jeden Zweifel über die Aussicht auf den Personalconflikt.
Hatte der Abgeordnete Laster schon einige Fehler gegen den Beruf des Reichstagsabgeordneten begangen, so übertraf ihn sein geschmackloser Bewunderer, der dem Fürsten Bismarck Objectivität anempfahl. Wenn dem Feldherrn im Augenblick der Schlacht, wo das Höchste auf dem Spiel stand, die Befehle gefälscht werden, da empfiehlt sich auch Objectivität, wenn es sich um die Verhütung der Wiederholung handelt. In allgemein criminalpolitischer Beziehung bot namentlich der Vortrag des letzten Redners dieser Sitzung, des Abgeord neten v. Schwarze, Belehrendes und Wichtiges. Wir »ersparen uns die Beleuchtung dieser Gesichtspunkte auf die zweite Berathung.
0 —r.
Weihnachtsbücherschau.
Die Jugendliteratur ist dieses Jahr weit ärmer an Novitäten, als in den vergangenen Jahren. An sich gewiß kein Unglück. Denn noch mehr bei der Jugend, als bei urtheilsfähigen Erwachsenen, kommt es auf die Qualität, nicht auf die Quantität an. Und es ist erfreulich, daß man die geringe Zahl von Neuigkeiten der Jugendliteratur im Ganzen mit dem Urtheil bedenken kann: daß sie durch Gehalt die Zahl ersetzen. Es ist gewiß nur gerecht und billig, daß wir diese Rubrik eröffnen mit der Erwähnung der „Deutschen Jugend", jener illustrirten Monatshefte für Knaben und Mädchen, die Julius Lohmeyer, unter künstlerischer Leitung von Oscar Pletsch im Verlage von Alphons Dürr in Leipzig herausgibt. Der 7. Band dieser unvergleichlichen Jugendbibliothek hat im Oetober d. I. begonnen und bekundet das Streben der Redaction wie der Verlagshandlung, jene erste Stelle in der periodisch erscheinenden Jugendliteratur Deutschlands auch fernerhin zu behaupten, welche die „Deutsche Jugend" vom Anfang ihres Erscheinens beansprucht und erreicht hat. Wir wiederholen, wie in früheren Jahren, auch dießmal vorm Feste, die dringende Aufforderung an alle unsre Leser, die Kinder mit Leetüre zu versorgen haben, für diese Kinder auf die „Deutsche Jugend" zu abonniren, ihnen womöglich auch die bisher erschienenen Bände unter den Christbaum zu legen. Sie bieten dadurch der kleinen Gesellschaft — und zwar jedem Alter und Geschlecht — eine Quelle von Unterhab