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als daß vor Allem wieder der Reichskanzler herhalten mußte, daß er eine Verantwortlichkeit haben wolle, wo er keine übernehmen könne, daß man folglich ein collegialisches Neichsministerium haben müsse? Nachdem alle diese schönen Dinge zur Sprache gekommen, wurde das Gesetz an die Budgetcommission zur Vorberathung überwiesen.
Die vielfach vorausgesehenen Gewitter, welche sich in dieser Reichstagssession entladen sollen, scheinen näher zu rücken. Es ist wohl kein Zufall, daß die Schrift „Vorgeschichte des Arnim'schen Prozesses" gerade jetzt erscheinen mußte. Die Ultramontanen erkennen die Schwierigkeiten, welche der Reichskanzler nach vielen Seiten in diesem Augenblick zu überwinden hat. Sie vermuthen, daß der Reichskanzler versuchen wird, diese Schwierigkeiten mit einem energischen Stoß nach seiner Art zu beseitigen, und hoffen, den von seiner Niesenaufgabe ermüdeten Heros durch geschickt gestellte Fallen zu stürzen. Sie rechnen darauf, daß ein solcher Ausgang dem Manne, der mehr wie alle andern ein Recht hat, müde zu sein, vielleicht nicht ganz und gar unwillkommen wäre, und sie meinen, daß er unter solchen Umständen nicht das gewohnte Geschick aufbieten oder finden werde, diesen Ausgang zu vermeiden. Wir müssen den Verlauf erwarten. L — r.
WeilMchtsöücherschau.
Unter den deutschen Verlagsfirmen, welche sich die Pflege und Verbreitung edler Kunst in ihren Verlagswerken zum Ziele setzen, verdient die Firma Fr. Bruckmann in München und Berlin rühmlichste Erwähnung. Eine ganze Reihe der bedeutendsten Lieferungswerke sind bereits früher aus dieser Kunsthandlung hervorgegangen, eine ebenso bedeutsame andere Reihe eben noch im Erscheinen begriffen, von denen einzelne, wie z. B. Rottmann's Italienische Landschaften in Farbendruck, in d. Bl. bereits Erwähnung in besondern Artikeln gefunden haben. Heute ist uns Bedürfniß auf zwei im Erscheinen begriffene Lieferungswerke dieses Verlags unter der Weihnachtsbücherschau kurz hinzuweisen, mit dem Vorbehalte, nach Vollendung der Werke auf dieselben zurückzukommen. Das eine dieser Prachtwerke bietet uns den ersten Theil von Goethe's „Faust", mit Bildern und Zeichnungen von A. v. Kreling. dem Director der kgl. Kunstschule in Nürnberg. Kein Drama hat die bildende Kunst wohl je zu soviel Schöpfungen angeregt, als Goethe's Faust. Namentlich in Deutschland haben die größten Künstler wetteifernd gestrebt, die Ge-