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zu lassen. Denn erst dann, wenn diese Erhebung ihn Lügen strafen würde, würde er, der Minister, öffentlich erklären, daß er falsch berichtet worden sei." Auf die Duplik auf diese Replik sind wir eben so gespannt, wie auf das Weitere, was sich vor und hinter den Coulissen bis zum 1. Januar entwickeln wird. Jedenfalls werden die „Münchner Briefe" davon zu rechter Zeit berichten. r.
Die österreichischen Soziatifien.
Wien, Ende Oktober.
Im Augenblicke, wo zwischen den beiden Reichshälften der Monarchie die ersten Vorposten zu dem Kampfe bei der Erneuerung des Ausgleiches schon ausgestellt sind, scheinen die verschiedensten Faktoren, freilich aus eben so verschiedenen Motiven, das Bedürfniß zu einem Rückblick auf die abgelaufene Ausgleichsepoche zu fühlen. So hat vor wenigen Tagen Finanzminister vi'. Pretis einen Exkurs auf finanzpolitischem Gebiete unternommen, und dabei einige interessante, in ihren Ergebnissen aber nichts weniger alc, erfreuliche Thatsachen zu Tage gefördert, welche sich dahin zuspitzen, daß wir wiederum bei dem „unsterblichen Deficit" angekommen sind, während nahezu gleichzeitig von anderer Seite die ebenfalls unter der Last der wirthschaftlichen Krisis seufzenden Arbeiter in ihrer Entwicklungsgeschichte in der angegebenen Periode uns vorgeführt werden.
Dieser Aufgabe hat sich der bekannte Arbeiterführer und Publizist Heinrich Oberwinder unterzogen. In seiner „Die Arbeiterbewegung in Oesterreich" betitelten Schrift, entwickelt der Autor einige bisher unbekannt gewesene Beiträge zur Geschichte des Socialismus und bemüht sich, mit anerkennens- werther Offenheit die Fehler desselben klarzulegen, zugleich aber auch zu zeigen, daß das Gespenst, von der Nähe aus betrachtet, gar nicht so schrecklich sei. Die Schilderung der Parteibildung, serner die Vertheidigung der „Internationalen", welche jetzt schon die eigentlich radikalen Elemente von sich ausgeschlossen habe, sind indeß für uns weniger beachtenswerth, als die Darlegungen betreffs der Verbindung zwischen den deutschen und den österreichischen Arbeitern, die Hoffnungen und die Sympathien dieser beiden Parteien und endlich ihr Kampf mit dem Ultramontanismus.