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Sittenbilder aus Japan. I.
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Dieß ist eine gute Lehre für mißgünstige Leute, welche die Glücksfälle ihrer Nebenmenschen nicht mit ansehen können, ohne sie gleich auch für sich selber zu begehren.

Briefe aus Belgien.

Ich hatte Ihnen versprochen, diesmal von Kunst und Künstlern und von dem geistigen und geselligen Leben der belgischen Hauptstadt zu erzählen. Und jetzt, nachdem es mir vergönnt gewesen ist, in gemüthlichem und anregendem Verkehr mit Malern, Bildhauern, Musikern und Schriftstellern Brüssels und anderer Städte Belgiens drei genußreiche Wochen zu verleben, weiß ich vor Fülle des Stoffes kaum, wo ich anfangen soll. Das Haus meines verehrten Freundes Van Soust, dessen liebenswürdige, flandrisch-üppige Gastfreundschaft ich genoß, ist so recht der Sammelplatz der schönen Geister von Brüssel, und die bedeutendsten Künstler und Schriftsteller des vlamischen Stammes haben seit Jahren zu den Freunden dieses Hauses gezählt. Was der belgischen Häuslichkeit einen ganz besonders wohnlichen und traulichen Anstrich giebt, ist die Einrichtung der Wohnungen und diese selbst. Wie in London, so bewohnt in Brüssel eine Familie immer ein ganzes Haus für sich, und es ist nicht der glänzendste Reichthum und das tiefste Elend immer unmittelbar neben einander oder eins über dem andern unter ein Dach zusammengedrängt, wie in unseren großen Städten oder wie in Paris. Hinter vielen Häusern in Brüssel, auch im Innern der Stadt, befinden sich wohlgepflegte kleine Zier­gärten, in die man unmittelbar aus dem meist zu ebener Erde liegenden Speisesaal oder aus einem Gartensalon eintritt. In glasgedeckten Lauben und Laubgängen werden früh reifende, schwellende Früchte oder prachtvolle tropische Blattpflanzen gezogen, eine treffliche Wasserleitung versorgt den sammtgrünen Rasen dieser Gärten mit erfrischenden Douchen. Man findet in den Salons mehr wie bei uns echt alterthümliche (nicht imitirte) geschnitzte Eichenmvbel von ausgezeichneter Arbeit, wie sich überhaupt in der Ausstattung der Zimmer ein ganz eigener Geschmack und eine außerordentlich solide Ele­ganz geltend macht, welche zugleich ein sichtbares Zeugniß von dem enormen Wohlstand des Landes ablegt.

Mit Recht rühmt man die häuslichen Tugenden der belgischen Frauen, namentlich der noch nicht französirten Damen Flanderns, ihre Wirtschaft­lichkeit, Arbeitsamkeit, ihren Sinn für Nettigkeit, Sauberkeit und für jene geschmackvolle Wohnlichkeit welche ein vlamisches Daheim auszeichnet. Die Frauen, welche ich in Brüssel, Antwerpen und Gent namentlich in Gelehrten-