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ten, vornehmlich aus den Wein- und Obstgegenden, laufen tagtäglich die günstigsten und hoffnungsfreudigsten Berichte über den Stand der Staaten und die voraussichtlich reiche Ernte ein. Vornehmlich der Stand der Trauben läßt nichts zu wünschen übrig und verspricht ein so herrliches Weinjahr, wie wir es vielleicht seit einem halben Menschenalter nicht mehr erlebt haben. Und das speziell ist für das Elsaß die Hauptsache. Gedeiht der Wein, dann zieht damit auch die Zufriedenheit und die Behäbigkeit in die Hütten der Bauern und in die Häuser der Städter.
Auch über den Stand der elsäsflschen Industrie, vornehmlich in der Tuchbranche, lauten in jüngster Zeit die Berichte weit günstiger, als vor etwa einem halben Jahre. Es scheint, daß in dieser Beziehung der Aufschwung, den die gesammte Industrie schon vor einigen Monaten in Frankreich genommen hat, auch auf das Grenzland einen vortheilhaften Einfluß ausübt. Ueber die Hoffnungen der Zukunft spricht sich ein in der industriereichsten Gegend des Elsasses erscheinendes Blatt am Schluß eines dahinbezüglichen Artikels folgendermaßen aus: „Also steht eine glänzende Zukunft der elsässi- schen Industrie, besonders derjenigen der gedruckten Stoffe bevor."
/n.
Vom preußischen Landtag.
Berlin, den 30. Mai 1873.
Unsere Landtagsberichte haben in dieser Session die Thätigkeit des Herrenhauses bisher nur wenig verfolgt. Die wichtigeren Vorlagen der Session kamen dort noch nicht zur Verhandlung. Jetzt aber folgen sich die Berathungen des Herrenhauses über die aus dem Abgeordnetenhaus kommenden Vorlagen rasch. Am 20. Mai stand die Aufhebung der Artikel IS, 16 und 18 der Verfassungsurkunde zur ersten Berathung. Der conservative aber nationale Herr, Graf Udo zu Stolberg - Wernigerode erklärte sich für die Aufhebung, indem er trotz seiner positiv kirchlichen Gesinnung, die er betonte, die Zwecklosigkeit der genannten Artikel für die evangelische Kirche und ihre Schädlichkeit für den Staat gegenüber der römischen Kirche treffend hervorhob. Die conservativen aber Partikularistischen Herren, Graf Lippe, v. Kleist-Retzow, Graf Landsberg-Velen, sprachen gegen die Aufhebung, blieben jedoch bei der Abstimmung in einer recht kleinen Minorität. Bemerkenswerth aus den Aeußerungen der Oppositionsredner ist kaum etwas, es sei denn die Aeußerung des bejahrten, ritterlichen, jedoch überaus verworrenen Herrn v. Kleist-Retzowl der Kampf gegen Rom kann niemals unter einem Herzog geführt werden, der