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Franzosen überfallen und gefangen, und der Nest des Heeres lief einfach auseinander. Eine Ausnahme machte nur der deutsche Söldnerführer Caspar, der mit den Seinigen treu blieb und das neue Schloß sowie das Castell del Uovo zu Neapel besetzt hielt. Als der König aus Neapel zurückkam, fand er keine Armee und in seinem Palast keine Sicherheit mehr. Es blieb ihm nichts übrig, als die Flucht nach der Insel Jschia, und auch da mußte er sich durch Entschlossenheit und Geistesgegenwart gegen seine eigne Garnison den Eintritt erst erkämpfen. Nicht eine Lanze wurde zu Gunsten des Hauses Aragon gebrochen, und ohne Widerspruch, ja allgemein als Befreier und rechtmäßiger Erbe begrüßt, nahm Charles VIII. immer neue Länderstrecken in Besitz. — Niemals ist ein Königreich elender gefallen. Mit großem Rechte sagt Machiavelli, daß die Tapferkeit, welche in andern Ländern durch einen langen Frieden zu erlöschen Pflege, in Italien zu Grunde gegangen sei durch die Erbärmlichkeit der Condottierekriege, die man ohne Sorge angefangen, ohne Gefahr geführt und ohne Schaden geendet habe. Der Beweis, daß dies Condottierethum keine Krone schützen könne, war in schlagender Weise geliefert.
Am 22. Februar 149S hielt König Charles glänzenden Einzug in die Stadt Neapel. Die beiden Castelle wurden beschossen und ergaben sich in der ersten Hälfte des März. Den durch das Reich geschickten Capitains und Gendarmes kamen überall die Edlen und die Ortsbehörden entgegen, und alle Herren und Barone, mit einziger Ausnahme des Marchese von Pes- cara, begaben sich nach Neapel, um dem Franzvsenkönige zu huldigen. Nur wenige feste Punkte blieben noch in der Gewalt des geflüchteten Königs*)
Aeue Novellen von Aret Karte.
Idyllen aus den Bvrbergen von Brct Harte. Uebersetzt von Moritz Busch. Leipzig, Verlag von Fr. W. Grunow, 187L.
(Schluß.)
Das zweite Stück der „Idyllen" nennt sich „die Rose von Tu»- lumn e." Die „Rose" ist die viel umworbene Tochter eines wohlhabenden Ansiedlers in dem vom Titel genannten Cvunty der Vorberge des californi- schen Hochlandes. Sie soll einen Hüttenwerksbesitzerin der Nachbarschaftheirathen, und will ihn auch in der Weise, wie man sich, ohne zu lieben, in Vernunft-
*) OrievIIarllls; LiuieviÄrüilii und ZZxtrsit üo 1'Kiötoiiö <Iu vo^SM ü> dlaxlo» clu Ro? OW>,rlM VIII. par ^närü üo Ui, Vizns.