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Deutsche Atlanten.
Der Name „Atlas" als Bezeichnung einer Kartensammlung rührt von Gerhard Kremer her, welcher unter dem Namen Mercator weltbekannt werden sollte. Im Jahre 1396 setzte sein Sohn Rumold, der sich dem väterlichen Berufe gewidmet hatte, zum ersten Male diese noch vom Vater gewählte Bezeichnung auf das zu Duisburg erschienene Kartenwerk und von dieser Zeit an ist es allgemeiner Gebrauch geworden, derartige Sammlungen als Atlanten zu bezeichnen. Weshalb Mercator seinem Werke gerade diesen Titel gegeben hat, ist nicht mit Sicherheit festzustellen. Breusing, der eine vortreffliche Schrift über den großen deutschen Geographen herausgab, stellt die Vermuthung auf, daß Mercator mit dem Titanen, der in seinem Uebermuthe den Himmel zu stürmen versucht und dann berufen wurde seine Stütze zu werden, auf sich selbst und die Geschichte seiner Seelenkämpfe habe hindeuten wollen. Aber in der Vorrede will er unter dem Atlas den Sohn jenes Titanen, den König von Mauritanien verstanden wissen, der wegen seiner astronomischen Kenntnisse berühmt war; und der auf dem Titelblatt abgebildete Atlas ist in der That nicht der Titane, der den Himmel trägt. Wie dem nun auch sein mag — das große Geschlecht der über den ganzen Erdboden verbreiteten Atlanten führt seinen Stammbaum auf Gerhard Kremer und die Stadt Duisburg zurück.
Lange Zeit blieben die Niederländer tonangebend in der Herstellung von Atlanten; aber in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sehen wir in Paris durch Nicolas Sanson und dessen Söhne das Kartenstechen aufblühen und da nun der große Reformator der Kartographie, Guillaume Delisle, in Frankreich auftrat, so geht an dieses Land nunmehr die Führung über, b!s am Schlüsse des vorigen Jahrhunderts durch die Leistungen Joseph Desbarres', James Renncl's und Arrowsmiths (1- 1823) der Sitz der darstellenden Kunst nach England hinüberrückt, einfach deshalb, weil in London durch die englischen Seefahrer sich das meiste und beste Material ansammelte. Deutschland dagegen bot seit dem dreißigjährigen Kriege ein Bild geistiger Verödung. Nur die Fertigkeit im Kupferstechen war nicht verloren gegangen. Dem 1664 geborenen Kupferstecher Johann Baptist Homann, den Cellarius zum Stiche seiner Karten nach Leipzig gezogen hatte, der aber mathematisch ausgebildet, seit 1710 in Nürnberg arbeitete, verdanken wir die Wiederbelebung der darstellenden Kunst in unserm Vaterlande. Im vorigen Jahrhundert herrschten die Homann'schen Atlanten und wenngleich sie natürlich auf Wiederholung fremder Originale angewiesen waren, so wurden sie doch über alle gleichzeitigen Leistungen erhoben. I^os glÄVvurs t'mv^is, schrieb 1735 Lenglet du