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Der Theologen-Mangel : Ursachen und Hülfen. II.
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Und bei diesem geistigen Kampfe (bei dem wir also ganz mit Luther fordern:man lasse die Geister auf einander platzen") wird die Theologie der rechten Bundesgenossen, die von Gott selbst in die menschliche Natur ge­legt sind, nicht entbehren, weil, wenn auch nicht die ausgebildete Vernunft und Religion, so doch die Anlage zu Vernunft und Religion zum Wesen des Menschen gehört, deren Ausbildung also ein Bedürfniß der menschlichen Natur ist, dessen Befriedigung nur von krankhaftem Denken oder fleischlicher Ver- kommenheit nicht gewürdigt wird. Aber die Anzeigen sind da, daß auch die Naturforschung bereits erkennt, daß sie ohne geistiges Substrat überhaupt keine Wissenschaft ist, wie gerade einer der größten Meister wirklicher Natur­forschung Sie big zu seinem ewigen Ruhme ausgesprochen hat. Nur ist bei diesem nothwendigen Kampfe der Vertreter der religiösen und geistigen In­teressen überhaupt zu wünschen, ja es kann nicht, laut genug gefordert werden, daß die sog. Presse vielmehr als es bis jetzt (wenigstens von evangelischer Seite, denn die katholischen Geistlichen sind darin klüger) geschieht, gerade von den evangelischen Geistlichen benutzt werde, um der Vergiftung des Volkes durch hohle Phrasen von falschem Liberalismus und falscher Humanität und falschem Fortschritt entgegen zu arbeiten. Denn aller wahrer Liberalis­mus, alles Recht, alle wahre Freiheit, alle wahre Humanität haben nur in der religiös - sittlichen Idee, deren vollkommenster Ausdruck das Christenthum ist, ihren Grund, ihre Erklärung und ihre Berechtigung.

Vorerst räume man aber die materiellen Gründe des Theologen-Mangels weg, indem man das Einkommen so stellt, daß auch die Geistlichen den übrigen Beamten gleich stehen, und man wird es sonst ruhig der Theologie überlassen können, im unlöslichen Bunde mit dem religiösen Bedürfnisse des Menschen mit den Verirrungen angeblicherWissenschaft" fertig zu werden.

Lin Kundgang am Jodensee.

Wir stehen am Ufer des größten und vielleicht des schönsten Sees, den unser deutsches Land besitzt. Schneeumsäumt ragen die Schweizer Berge her­über, hier der wundersame Säntis und dort die Chursirstenkette mit zerklüf­teten Gipfeln; am Ufer heitere Städte und über der Fluth das weiche volle Morgenläuten. Welche Farbenpracht, welch wonnige seekühle Luft! Draußen am Strande, wo die Barke abstößt, ist die Fluth wie ein Smaragd, durch den die Sonne scheint, dann wird sie tief und immer tiefer, ein unergründ-