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unangenehmere Theil einer längeren Reise ist, das mehrstündige Eisenbahn- fahren, oder das doch nur kurze DroWenfahren. Bei kurzen Reisen von nur 3—4 stündiger Dauer ist sicherlich das letztere der Fall. So bin ich aus die Eisenbahn und ihre Verbindungen mit den Straßen gekommen und über diesen Theil des Londoner Verkehrs gedenke ich ein ander Mal zu berichten.
Alfred Blum.
Briefe aus der Kaiserstadt.
Berlin, 29. November.
Diesmal also den Lindau'schen „Erfolg"! Wie gesagt, das Stück hat in der Presse großen Lärm gemacht, vorher viel Neclame, nachher viel Entrüstung — Beides unverdienterweise. Es ist, rein objectiv beurtheilt, eins der harmlosesten Lustspiele von der Welt. Gegenüber der mehr als zweifelhaften Atmosphäre, die in desselben Verfassers „Diana" herrscht, oder vielmehr herrschte — denn sie gehört längst zu den Todten —, ist hier eine erfreuliche Wendung zum Bessern zu constatiren. An vielen Stellen wird man lebhaft an Benedix erinnert. Freilich ist auch der „Erfolg" noch weit davon entfernt, Dasjenige zu sein, als was ihn der Dichter selbst bezeichnet: ein Stück wahren Lebens. Die meisten der hier angeführten Situationen sind in der Gesellschaftssphäre, in welche sie Lindau verlegt, mehr oder weniger unmöglich. Immerhin ist die UnWahrscheinlichkeit nicht so auffallend, um den Eindruck des Ganzen zu stören und so kann es bei den höchst bescheidenen Anforderungen, welche das Publikum an die heutige Lustspieldichtung stellt, nicht Wunder nehmen, wenn der Erfolg wirklich „Erfolg" gehabt hat.
Einer strengen Prüfung freilich hält das Stück keinen Augenblick Stand. Die Fabel ist sehr dürftig, die Handlung im Ganzen ziemlich eintönig. Ein Journalist, Fritz Marlow, hat ein Lustspiel, betitelt „Ein Erfolg", geschrieben; es soll demnächst zur Aufführung gelangen. Zu gleicher Zeit wird Marlow von seinem Freunde Klaus zum Heirathen gedrängt. Der letztere hat seine Cousine Eva für ihn in petto. Klaus „besieht" sich dieselbe; sie macht Eindruck auf ihn. Er verräth seinen Freunden, daß er ein Mittel habe, dem kein junges Mädchen widerstehen könne: erst sage er der zu Gewinnenden: „Sie sind ein ganz eigenthümliches kleines Mädchen"; dann schenke er ihr eine Rose; schließlich declamire er das Eichendorf'sche Gedicht: „Die Welt ruht still im Hafen." Ein Intrigant, Baron Fabro, hinterbringt diese Frivolität der kleinen Eva;