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Ein Prinz aus dem brandenburgisch-hohenzollerschen Hause als Bischof von Straßburg (1592-1604).
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Verluste, die der undankbare Kampf um die Aufrechterhaltung seiner bischöf­lichen Würde verursacht hatte, genügend zu entschädigen. Thuanus läßt in seinen Berichten Herrn v. Thou, der sich um die friedliche Lösung verdient machte, hierüber folgendes sagen"): Der Marquis v. Brandenburg trat das Bisthum Straßburg an den Kardinal Karl v. Lothringen unter der Be­dingung ab, daß der Kardinal ihm 130.000 Thaler Gold zahlte und daß der Herzog v. Würtemberg dreißig Jahre lang die Stadt und das Amt Oberkirch in Sequester halten sollte, um die Schulden des Marquis v. Bran­denburg abzutragen, die sich auf 30,000 Thaler Gold beliefen, und ihm ferner jährlich (d. h. während der fünfzehn Jahre) 9000 Thaler Gold zu überweisen.

So ließ sich also der Kardinal von Lothringen bereit finden, bedeutende Abtretungen von Kirchengütern zu vollziehen und ungeheure Geldopfer zu bringen, um den katholischen Glauben im Elsaß zu retten.

An einem unbedeutenden Hinderniß, wie so oft, mußten sich auch hier die Schwingen einer freieren Geistesbewegung brechen.

Man begreift die eminente Wichtigkeit, die es für die Fortentwickelung der protestantischen Sache im südwestlichen Deutschland gehabt haben würde, wenn während der sehr bald darauf ausbrechenden Wirren des dreißigjährigen Kriegs in Straßburg statt des Kardinals von Lothringen ein protestantischer Bischof aus dem Hause Hohenzollern residirt hätte.

Vielleicht würde sich dann in der Folgezeit in die Blätter der deutschen Geschichte nie jener schimpfliche historische Irrthum eingeschlichen haben, dessen Korrektur die Ereignisse des Jahres 1870 möglich und nothwendig machten.

Gustav Krause.

IM Mendelssohn-Aartholoy's Werke.

Welch ein köstliches Vermächtniß ist es, das uns der leider so früh ab­berufene Meister hinterlassen, welch eine Fülle der herrlichsten Gestaltungen auf den verschiedenartigsten Gebieten musikalischer Schöpfung, welche Mannig­faltigkeit, welcher Reichthum wiederum in den einzelnen Gebilden gleicher Gattung. Alle tragen sie das Gepräge vollendeter Meisterschaft, in allen sehen wir das Streben nach dem Idealen. Ueberall weiß Mendelssohn mit klarem Blicke seine Kunstaufgnbe zu erkennen, und mit der sichersten Be-

") I-,axiMo, Histoirv w ?roviuo<z ü'^Ikkvs, 2 vol. KtiÄsdouiU, 1727.