393
die Vorderseite des östlichen Mittelpavillons, die Rückseite des nordwestlichen Eckpavillons mir dem berühmten oder berüchtigten „Nymphenbade", die Totalansicht dieses Nymphenbades und endlich den Grottensaal im südwestlichen Eckpavillon mit den ehemaligen spielenden Wassern. Neun Tafeln endlich, lauter höchst gelungene Aufnahmen von prachtvoller Wirkung, sind nach der Natur gemacht; es sind dies eine perspectivische Ansicht der Westseite nach dem Zwingerteiche zu, eine von der Südseite mit dem Hauptportal, dem in Dresdner Volksmunde sogenannten „Riechfläschchen" , sodann dieses Hauptportal selbst, je zwei Ansichten vom westlichen Mittel- und vom nordwestlichen Eckpavillon, eine der Cascaden von der Südseite und endlich das Innere vom Obergeschoß des südwestlichen Eckpavillons, der sogenannte „Mathematische Salon". Letzteres ist die einzige Innenansicht, die gegeben werden konnte, weil nur sie in ihrer ursprünglichen Beschaffenheit noch erhalten ist.
Der Zwingerpublieation hat Professor Hettner einen Text beigegeben, der eine aktenmäßige Geschichte und eine geist- und lebensvolle Charakteristik des wunderbaren Bauwerkes enthält. Zum Berliner Schlosse ist aus der Feder Dohme's, des kaiserlichen Bibliothekars, zur Münchner Residenz aus der Professor Kuhn's ein geschichtlicher und erläuternder Text in Aussicht gestellt.
So mögen denn diese drei Werke der Theilnahme des kunstsinnigen Publieums aufs wärmste empfohlen sein. Möge die Zeit nicht mehr fern sein, wo ein begütertes deutsches Haus es nicht mehr für seiner würdig halten wird. „Prachtwerke", wie die im Eingange dieses Aufsatzes geschilderten, in seinen Gesellschaftsräumen aufzulegen und dadurch einer prätentiösen Afterkunst Vorschub zu leisten, sondern durch thatkräftige Förderung einer echten und wahrhasten Kunst sich selber wieder ehren wird. * ^ *
Italienische Anefe.
IV.
Neueste italienische Schriften über Petrarca.
Aus der vortrefflichen und sympathischen Arbeit Ludwig Geiger's habe ich mit Freuden gesehen, daß Deutschland an unseren Festen zu Ehren Petrarca's Theil genommen hat. und ich glaube daher, den Wünschen der Leser der Grenzboten entgegenzukommen, wenn ich einige Nachrichten über die neuesten italienischen Publicationen gebe, welche seit dem Buche Geiger's erschienen sind. Ich habe noch nicht Kenntniß nehmen können von der durch Professor Corradini zu Padua besorgten neuen Ausgabe der „Africa", auch nicht von der — übrigens, wie man sagt, ziemlich mittelmäßigen Ueber-