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Pius VI. und die Franzosen. I.
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Bevölkerungen desselben zu einer Massenerhebung, wie zur Rettung der Religion zu begeistern, zu welchem Behufe auch die Madonnenbilder weinen mußten. Es gelang zwar bei einem großen Theile der Romagnolen, aber mit kaum glaublicher Leichtigkeit schlugen Victor und Lannes dieseChouans der Romagna" so wie die erbärmlichen päpstlichen Milizen nieder, so daß Pius VI. sich entschließen mußte, wie schwer es ihm auch ankam, die Groß­muthseines lieben Sohnes" Bonaparte (12. Februar 1797), unter Ueber- mittlung seines apostolischen Segens, anzuflehen. Der von diesem zu Tolen- tino (19. Februar 1797) diktirte Friede verpflichtete den Pabst zur definitiven Abtretung Avignons und Venaisfies, wie auch der Legationen Bologna, Ferrara und der Romagna an die Republik (Aneonas jedoch nur bis zur Wiederherstellung des Continental-Friedens) zur Zahlung von dreißig Millionen Livres und von 300,000 an Basseville's Familie, zu verschiedenen Lieferungen an die Armee und den übrigen schon genannten Sessionen.

(Schluß folgt.)

Drei deutsche Mrstenschlösser in Kunstpubttcationen.

Bisher gab es in der deutschen Architektur einen einzigen monumentalen Profanbnu. der in einer wirklich würdigen Kunstpublication der Betrachtung und dem Studium zugänglich gemacht war. Und diese Publication war noch dazu eine französische: wir meinen das im Jahre 1859 in Paris von Pfnor und Ramee herausgegebene Kupferstichwerk über das Heidelberger Schloß. Daß wir die Herausgabe des schönsten Denkmals deutscher Renaissance von den Franzosen uns haben vorwegnehmen lassen, ist eine für uns in hohem Grade deprimirende Thatsache, denn es beweist entweder, daß wir in Deutsch­land nicht die nöthigen Kräfte hatten, solch eine Publication selber herzu­stellen, oder nicht die nöthigen Mittel, sie zu kaufen, oder endlich nicht die nöthige Bildung, sie zu vermissen. Das erstere wird sich schwerlich ganz läugnen lassen. Die edle Kunst des Kupferstichs, insonderheit des Architektur­kupferstichs, wird augenblicklich von einer verschwindend kleinen Anzahl deutscher Künstler geübt, und dieser Mangel scheint sich auch in den Publicationen, auf die wir soeben die Aufmerksamkeit zu lenken im Begriff sind, fühlbar zu machen. Den zweiten Fall, daß es uns an materiellen Mitteln gebräche, darf man aufs Bestimmteste in Abrede stellen. Man giebt nur mit einer gewissen Geflissenheit vor, diese Mittel nicht zu haben, obschon man sie hat; in Wahrheit verbirgt man unter diesem Vorwande nur den Mangel an wirk-