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deren Schluß der Leser zu seiner nähern Belehrung höchst naiv auf Mothes' „Baulexicon" verwiesen wird. Ja, das ganze Buch ist eigentlich weiter nichts — und die Herausgeber sprechen das auch ungenirt aus — als eine Art Absenker von besagtem Mothes'schen Baulexicon. Die Artikel über Baukunst sind excerpirt, die über Ikonographie, Kunstarchäologie und Heraldik herübergenommen und erweitert, dazwischen dann Artikel aus der Kostümkunde eingeschoben, und siehe da, das „Archäologische Wörterbuch" war fertig. Eine solche Buchmacherei, bei der das eine Buch bloß fabrieirt wird, um das andere verkaufen zu helfen, sollte man doch nicht für möglich halten.
Ebenso viel wie der Text lassen aber auch die Abbildungen zu wünschen übrig, nicht in ihrer technischen Herstellung, die bisweilen recht gut, im übrigen wenigstens genügend ist, wohl aber in ihrer Auswahl. Man braucht die Hefte nur durchzublättern, um sich zu überzeugen, daß hier nicht nach einer bestimmten ratio verfahren ist, sondern daß die Verlagshandlung auskramt, was sie gerade hat. Manches hätte recht gut wegbleiben können, anderes vermißt man schmerzlich. Auf dem Umschlage hat die Verlagshandlung sich das kindliche Vergnügen gemacht, die beiden Herausgeber in ekügis anzubringen. Herr Baurath Dr. Mothes aus Leipzig und Herr vi-. Müller aus Bremen, der eine in enganliegenden Beinkleidern und pelzverbrämter Jacke, in den Händen einen aufgerollten Bauriß, der andere in langem, bis auf den Fußboden herabreichenden Talare und mit einem Buche unter dem Arme, erscheinen vor einem pappernen Theaterkaiser, dem sie ihre Reverenz machen, während im Hintergrunde verschiedene Künstler, unter ihnen einer mit den Gesichtszügen Dürer's (!), ihrer Kunstthätigkeit obliegen. Hätte die Verlagshandlung anstatt dieses puerilen Umschlages ein paar gute Illustrationen mehr schneiden lassen, das wäre klüger gewesen.
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Wriefe aus der Kaiserstadt.
Berlin. 2. August. Es bleibt die Signatur dieses Sommers: das Unwahrscheinlichste, hier wird's Ereigniß. Nach einem eisigen Frühjahr diese sengende Gluth. und trotz derselben eine politische Erregtheit, wie sie in außerparlamentarischer Zeit seit dem letzten Kriege nicht wieder bemerkt wurde. Die Brüsseler Diplomatenversammlung allein freilich — so anziehend immer das Schauspiel eines Weltkongresses sein mag — würde die heitere Ruhe der Bade- und Reisesaison nicht stören; sie will dem Veilchen gleich im Verborgenen blühen und leider mögen jene Pessimisten wohl nicht Unrecht haben, welche der Ansicht sind, daß das Endergebniß ihrer Berathungen dieses bescheidene Auftreten