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Pariser Briefe.
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pariser Iriefe.

Paris, 13. Dezember.

Es ist vollbracht! Schweigend verließ die Menge, die dem Schlüsse des Prozesses Bazaine angewohnt, den Saal von Trianon; schweigend hörte so­gar die Bevölkerung der Hauptstadt das entsetzliche Verdiet. Einen Augen­blick lang ging das dunkle Gefühl einer erdrückenden Verantwortung durch die Massen; erst den republikanischen Blättern des folgenden Morgens war es beschieden, das ganze Land erleichtert aufathmen zu hören. Nun ward der tapfere Bürger wieder stark, und begann die laute Bewunderung der ewigen Gerechtigkeit, nun ballten sich bereits die Fäuste bei dem Gedanken der Begnadigung, und in diesem Augenblicke ist kaum noch ein Zweifel, daß ein großer Theil des französischen Volkes wirklich nach dem Blute des Marschalls gelechzt hat. Sprechen doch die republikanischen Blätter der Pro­vinz unumwunden ihre Unzufriedenheit mit dem Gnadengesuche des Kriegs­gerichts und mehr noch mit der Gnadenertheilung Mac Mahon's aus. Und ist, im Grunde genommen, dem großen Haufen diese Stimmung zu verargen? War Bazaine wirklich schuldig der ungeheuren Verbrechen, deren dieöffent­liche Regierung", wie der Regierungscommissar General Pourcet sich einmal ausdrückte, ihn anklagte, wie wollte man dann diese Strafumwandlung recht­fertigen, nachdem man der Mitglieder der Commune mehr als ein Dutzend erschossen? Die Menge versteht eben nicht, daß es nur galt, einen Sünden­bock zu finden, auf dessen Haupt alle Schmach, die Frankreichs Glanz seit drei Jahren verdunkelt, abgewälzt werden könnte; sie ist mit einem Worte zu naiv, um den eminent politischen Charakter des Prozesses Bazaine zu be­greifen.

Und doch liegt dieser Charakter sonnenklar zu Tage. Man höre Gam- betta'sRepublique francaise":Der Tag der Gerechtigkeit ist da," jubelt sie.Von allen Franzosen haben ihn unsere unglücklichen Brüder in Elsaß und Lothringen mit größerer Ungeduld als sonst Jemand erwartet. Nun dieser Tag gekommen, sind sie unser erster Gedanke. Welch ein Trost in ihrem Unglück, ihre Blicke nach Frankreich richten und es als ihrer Achtung und Liebe noch immer würdig erkennen zu können!" Und dasAvenir mi- litaire", ein mehr oder weniger officiöses Organ der Armee, indem es das Verdiet von Trianon als denAnfang der Wiedergeburt eines ganzen Volkes" feiert, bricht in die sublimen Worte aus:Turenne, Fabert, Riche­lieu, Mazarin können zufrieden sein; sie haben ihre Nacheiferer gefunden. Einem Prinzen von Orleans war es beschieden, im Namen des Kriegsgerichts, den unumstößlichen Prinzipien, den herrlichen Reglements von 1832 und

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