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Es ist uns jedesmal eine Genugthuung, wenn wir in den Fall kommen, einer nützlichen Anregung des Herrn Virchow Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Denn da der Herr Abgeordnete durch sein außerordentlich häufiges und vielseitiges Auftreten unsere Berichterstattung so oft in den Fall bringt, sich kritisch mit ihm zu beschäftigen, so ist uns jede Gelegenheit willkommen, den Schein einer vorgefaßten Antipathie zu widerlegen. Möge der vielseitigste aller Gelehrten und Parlamentsredner uns diesmal die folgende Bemerkung noch zu Gute halten. Ist es nicht wünschenswert!), daß diejenige Versammlung, welche die höchste geistige und sittliche Kraft der Nation in sich darstellen und außer sich entzünden soll, in ihren Verhandlungen den Ton der guten Gesellschaft wahrt? Trägt nun Herr Virchow wohl zu dieser Wahrung bei. wenn er vorzugsweise die Berliner Possenredensarten in seinen Stil einflicht? Am 28. Nov. sprach er von dem „verflossenen" Cultusminister. Früher rühmte er sich einmal, einem Minister „den Standpunkt klar zu machen", und so könnten wir eine ganze Blumenlese zusammenstellen. Das gezierte possenhafte Kauderwelsch, was sich bald von dem. bald von jenem Lebenskreis aus verbreitet, ist zu allen Zeiten ein mehr oder minder harmloser Auswuchs der Sprache gewesen. Aber nie hat eine Nation dieses argvt, wie es die Franzosen nennen, in ihr Parlament dringen lassen. Herr Virchow scheint es darauf anzulegen, die würdige Behandlung wichtiger Gegenstände in einer ernsten und gebildeten Sprache aus unserm Abgeordnetenhaus zu verdrängen. Wenn ihn die Selbstachtung von diesem Versuch nicht zurückhält, so wünschen wir, daß das Haus selbst auf den Anstand seiner Verhandlungen auch in dieser Beziehung halten möge. v—r.
Weihmchtsöücherschau.
Die deutsche bildende Kunst, die durch Alphons Dürr in Leipzig so verständnißreiche Förderung erfährt, hat auch dieses Jahr seinem Verlag eine der Perlen des Weihnachtsmarktes zu danken: „Das Märchen von den sieben Raben und der treuen Schwester. Bildercyclus v. Moritz v. Schwind, aufgezeichnet v. Julius Naue. In Holzschnitt ausgeführt von H. Günther, H. Käseberg, I. Mehold, K. Oertel, H. Werdmüller und I. Wolf, mit Text von Gustav Flörke. Es hieße, sich versündi-