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Briefe aus der Kaiserstadt.
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den gut thun, mit verdoppelter Energie an die Arbeit zu gehen. Nicht als ob man gleich der ^pessimistischen Ansicht beipflichten müßte, daß in dem zu wählenden Reichstage Ultramontane und Socialisten sich in die Herrschaft theilen werden; aber darüber ist leider kein Zweifel möglich, daß die stramme Organisation, über welche beide Parteien gebieten, sich bei directen Wahlen noch weit wirkungsvoller erweisen muß, als unter der Herrschaft des Drei­klassenwahlgesetzes, Im Uebrigen beginnt die Wahlbewegung unter den besten Anspielen für die reichsfreundlichen Tendenzen: nach den in der letzten Woche in Dresden und München stattgehabten Debatten ist für die Frage der Aus­dehnung der Neichscompetenz auf das Civilrecht der Sieg im Bundesrathe entschieden. In welch eigenthümlicher Weise bei dieser Gelegenheit die sächsische Regierung die Frage der Verantwortlichkeit der Regierungen für ihre Abstim­mungen im Bundesrat!) gegenüber den Einzellandtagen zur Sprache gebracht hat, bedarf nicht von hier aus der Beleuchtung. Genug, der Widerstand der Negierungen gegen das große Wort der deutschen Nechtseinheit ist gebrochen; Sache des Volkes ist nunmehr, durch die bevorstehenden Wahlen zu verhüten, daß die Feinde des Staates und der Gesellschaft eine Macht erlangen, welche uns leicht um die besten Früchte der Wiedergeburt des deutschen Reichs be­trügen könnte.___^ X- X-

LrsMrung der Kedaction.

In Betreff des ArtikelsHerr Friedrich Nietzsche und die deutsche Kul­tur" Heft 42 v. 17. Oct. d. I. sind uns mehrfache Briefe von befreundeten Gelehrten der Basler Hochschule zugegangen, welche die Ansicht aus­sprechen, daß in jenem Artikel die Ehre der Universität Basel angegriffen worden sei. Wir bedauern mit dem Verfasser lebhaft, wenn der Artikel zu diesem Mißverständniß Anlaß gegeben hat, glauben aber bestimmt behaupten zu können, daß diese Auslegung jenes Artikels eine entschieden mißverständ­liche ist. Denn wir erkennen mit Freuden an, daß die Stadt Basel, bei 4S.000 Einw. mehr für ihre Universität thut, als manche größere deutsche Stadt, und daß ihr freundnachbarliches Streben, mit der deutschen Wissen­schaft in Berührung zu bleiben, wohl am besten dadurch ausgedrückt wird, daß unter den Professoren viele Deutsche sind. Der in Rede stehende Artikel der Grenzboten hat auch streng unterschieden zwischen dem Lehrkörper der Hochschule und einem einzelnen Mitgliede, und wird in seiner Nerurtheilung des Letzteren unterstützt durch eine Reihenfolge von Artikeln in der in Basel erscheinen­denSchweizer Grenzpost", die sogar einen Monat vor dem Grenzbotenar­tikel veröffentlicht und nach dem Erscheinen des letzteren uns zugesendet wur­den. Die Red. der Grenzboten.

Verantwortlicher Redakteur: Hr, Hlwö Blm». Verlag von F. L. Herliig. Druck von Hiithcl K Legler in Leipzig.