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Silber mit figürlichen Darstellungen, italienische Niellotafeln aus dem fünf- zehnten Jahrhundert, schöne gothische Buchdeckels von Silber und vieles Andere. — Das mittelalterliche Kirchengeräth aus verschiedenen Kirchen und besonders den großen Klöstern, an welchen Oesterreich so reich ist, ist sehr vollständig vertreten. Man sieht Kreuze und Reliquienbehälter aller Art, Kelche, Monstranzen, Hausaltärchen (besonders zierlich ein solcher vom Jahre 1494 nur 0,65 Meter hoch, aus dem Stifte St. Peter zu Salzburg), auch größere Altäre, Weihrauchschiffchen aus Kupfer mit Email, Leuchter, Rosenkränze, verschiedene Elfenbeinschnitzereien, Bischofsstäbe und Bischofsmützen, Meßgewänder aller Art, Gobelins, ja selbst eine schön ornamentirte Sacristei- Thür. — Ferner sieht man einen hübschen alten Schmuck, Becher und Krüge aus Silber, reichgeschmückte Majolike-Teller, viel Porzellan, Gefäße sowohl als Figuren, gewebte Stoffe, Spitzen, Ofenkacheln. Uhren aller Art und vieles Andere. Außerdem natürlich viele Medaillen und Münzen, antike, aus dem Mittelalter und aus der neueren Zeit. Ganz unbekannt war mir bisher die von vi-. I. Karabacek, dem ausgezeichneten Orientalisten, ausgestellte sehr reichhaltige Sammlung ägyptisch-arabischer Glas-Münzen zum Theil Noth-Münzen aus der Zeit vom achten bis zum fünfzehnten Jahrhundert.
B—au.
Artest aus der Kaiserstadt.
Berlin, 9. November.
Ueber ein halbes Jahr war ich der Reichshauptstadt fern gewesen, als ich an einem der ersten Novembermorgen durch die weiten Hallen des Potsdamer Bahnhofs wieder in das Gewühl der Wagen und Menschen hinabstieg. Mein erster Gang galt dem Siegesdenkmal. Noch verhüllte ein leichter Nebelflor die Fernsicht, als ich die waldumsäumte „Siegesstraße" entlang schritt. Plötzlich schwebte nahe vor mir, von duftig zartem Schleier um- woben, die majestätische Victoria. Die Morgensonne, welche die untere Nebelschicht noch nicht hatte durchdringen können, bestrahlte das vergoldete Standbild mit intensivem Glänze. Der Eindruck war magisch, überwältigend; wohl möchte ich jedem Beschauer des Denkmals wünschen, daß er diesen Blick, wenn auch nur einen Moment genießen könnte. Aber freilich die Enttäuschung folgt auf dem Fuße. Ich wenigstens vermochte