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Pariser Briefe.
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Dieser geringe Trieb, gut unterrichtet zu sein, der sich bei allen Fran­zosen findet, und der wohl der Hauptgrund ist, warum dieses so herrlich be­gabte Volk in so vielen Dingen sich hat überflügeln lassen, zeigt sich auch noch auf andere Weise. So lieferte bei der letzten Rekrutirung das Seine- Departement (d. h. Paris und allernächste Umgegend) 14,000 Militärpflich­tige, und unter diesen fanden sich 823, die weder lesen noch schreiben konnten. Im Gehirn des Planeten also befinden sich 823 junge Leute von 20 Jahren (die anderen Alter ungerechnet), die nicht einmal lesen können! Aber Wähler find sie alle, und die stimmen für Barodet! -y.

Kleine Besprechungen.

Neutestamentliche Zeitgeschichte von Dr. A. Hausrath. Hei­delberg. Fr. Bassermann. Theil I: Die Zeit'Jesu 1868. Theil II: Die Zeit der Apostel 1871. Theil III: Die Zeit der Märtyrer und das nach­apostolische Zeitalter. Davon bis jetzt erschienen Abtheilung I bis zur Zer­störung Jerusalems, 1873. Abtheilung II und damit der Schluß des ganzen Werkes wird auf nächstes Jahr verheißen.

Noch ehe dieses Buch vollständig vorliegt und die ihm gebührende all­seitige und gründliche Würdigung finden kann, drängt es uns, unsere Leser auf seine Bedeutung und Tragweite aufmerksam zu machen. Hausrath's neutestamentliche Zeitgeschichte bildet fortan den unentbehrlichen Rahmen zu Th. Keim's bahnbrechenden Leistungen über das Leben Jesu. Die beiden Männer wetteifern mit einander wie an Gelehrsamkeit, so im Drang, alle Ergebnisse geschichtlicher Forschung und rücksichtslosester Kritik zu einem neuen Aufbau zusammenzufügen, und es ist geradezu erstaunlich, mit welchem Geschick Hausrath jeder Angabe neutestamentlicher und zeitgenössiger Schrift­steller ihren Erdgeschmack abzuführen und sie in sein lebensvolles Zeitbild ein­zuweben weiß. Ueberhaupt erreicht in Hausrath, so schon in seinem Paulus, so jetzt auch in diesem Werk, die theologische Schriststellerei die Höhe und Weihe künstlerischer Vollendung. Aeußerst übersichtlich und spannend ist schon die Anlage aller drei Theile, mit großer Sorgfalt und reicher Einbildungskraft die Geschichte mit der Topographie des Landes, da sie sich abspielt, in Zusammenhang gebracht, zugleich auch in die Gestalten leitender Persönlichkeiten hineinverlegt und gleichsam von da aus erzählt. Wir haben da in Theil I Herodes den Großen, in Theil II Paulus, in der ersten Ab­theilung von Theil III Nero und Josephus, den Geschichtsmacher.

Fremd, dürr, langweilig erschien seit vielen Jahren Unzähligen Alles,