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Weltausstellungsbericht : 6. Die Kunstschulen. Die Darstellung der Wirksamkeit der Museen
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6. Die Kunstschulen. Die Darstellung der Wirksamkeit der Museen.

Für die Ausstellung der Abtheilung für deutsches Unterrichts-Wesen ist hinter dem Industrie-Paläste ein besonderer Pavillon erbaut worden, in wel­chem durch eine große Anzahl in sich abgeschlossener Sonder-Ausstellungen die Thätigkeit der verschiedenen Schulen zur Anschauung gebracht werden soll. Im Allgemeinen ist diese Abtheilung für Jeden, der nicht selbst Schulmann ist, wenig anziehend, weil sie unter den Lehrmitteln sowohl als unter den Arbeiten der Schüler natürlich eine große Zahl der gewöhnlichsten und tri­vialsten Dinge enthält, welche nur in einem gewissen Zusammenhange von Wichtigkeit sind.

Am interessantesten ist noch die Ausstellung der Kunstschulen, weil da die Schüler selbst am meisten produciren und unter diesen ab und zu sich etwas findet, das auch in weiteren Kreisen Interesse zu erregen geeig­net ist. Doch verstehe ich, offen gesagt, nicht recht den Zweck einer solchen Kunstausstellung, denn die Thätigkeit und Wirksamkeit oder gar der Grad der Güte einer Schul? kann durch eine solche Ausstellung doch niemals irgend wie erschöpfend dargelegt werden. Wir sehen die Arbeiten der Schüler, aber ein richtiges Urtheil über dieselben und über die Leistungen der Lehrer können wir, selbst wenn sie — was nicht immer der Fall ist — wirk­liche Schülerarbeiten sind, nicht fällen, da wir nicht wissen, wie alt der be­treffende Schüler ist, welches Talent er besitzt, welche Vorbildung er genossen, unter welchen Verhältnissen er gearbeitet hat u. s. w., nicht unterscheiden, wie viel der Schüler in die Schule mitgebracht und wie viel er dort gelernt hat. Es kann also eine Schule sehr schlecht geleitet sein, sehr schlechte Lehrer ha­ben und doch vortreffliche wirkliche Schülerarbeiton ausstellen und anderer­seits kann der beste Lehrer, wenn er ehrlich ist, oft trotz des größesten Eifers, keine guten Schülerarbeiten für eine solche Ausstellung erlangen, theils weil er nur talentlose und ungebildete Schüler hat, theils weil er die wenigen guten Arbeiten, welche unter seiner Leitung gefertigt wurden, für diesen Zweck nicht erlangen konnte.

Wir unterscheiden unter der Zahl der Kunstschulen, welche ausgestellt haben, zwei Arten: erstens Schulen, welche ehrlicher Weise alle Schüler­arbeiten und nur solche ausgestellt haben und diese werden stets unter vie­lem mittelmäßigen und schlechten Zeug nur ab und zu etwas Besseres vor­zuführen haben. Zweitens solche Schulen, welche nur gelungene Schü­ler arbeiten ausstellen und damit renommiren wollen. Diese letztern geben uns keineswegs ein treues Bild ihrer Leistungen. Bei solchem Grundsatz kommt es zudem gleichsam von selbst, und ohne bestimmt ausgesprochenen