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Das Postwesen auf der Wiener Weltausstellung.
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In dem neuen Berliner General-Postamtsgebäude soll ferner nach dessen Vollen­dung ein postalisches Museum eingerichtet werden, in welchem zunächst den in Wien ausgestellten Gegenständen eine würdige Stätte bereitet werden wird. Vielleicht kann alsdann für die Darstellung der Entwicklungsgeschichte des Briefes von ästhetischem und von wirthschaftlichem Standpunkte ebenfalls Vorsorge getroffen werden. Es müßte hohes Interesse bieten, die vielfachen Formen des Briefes, von Stabrobates und Semiramis Tafeln, von der Sky- tale der lakedämonischen Ephoren, von Cicero's und Martial's Distychen herab bis zu der Stephan'schen Korrespondenzkarte in wissenschaftlicher Weise veran­schaulicht zu sehen.

Was die Postausstellung Oesterreichs dem Reiche zur Nachahmung bietet, möchte in den graphischen Darstellungen über den Entwick­lungsgang zu finden sein, den das Postwesen in diesem Lande durchlaufen hat. Diese Darstellungen sind nach jener aufder Weltausstellung vielfach veranschaulich­ten Methode angefertigt, welche auf einem großen Tableau ein klares Bild von dem Zustande menschlicher Thätigkeit von Jahr zu Jahr gewährt; sie zeigen an, wie viel Sendungen alljährlich befördert sind, und wie sich von Jahr zu Jahr die Anzahl der Posteinrichtungen und Postanlagen, mithin die Ver­werthung der Postanstalt für die Volkswohlfahrt progressiv gesteigert hat. Auch die Einrichtung der Eisenbahn-Postwagen in Oesterreich, z. B. mit besser construirten Oefen und mit beweglichen Achsen bietet manches Interesse. Im Großen und Ganzen lehrt die Weltausstellung hinsichtlich des PostWesens, daß die typischen Züge desselben bei allen Stationen im Grunde gleichar­tige sein müssen, daß aber bei keinem Zweige öffentlicher Wirksamkeit die Be­wahrung veralteter Traditionen gefährlicher ist, als im Postwesen. Die deutsche Reichspost verdient mit Recht den Ruhm, sich von dem Ballast alter, den Verkehr einengender Traditionen am schnellsten befreit zu haben.

G. T.

Unter den französischen Kriegsgefangenen bei Köln.

Von Dr. Jos. Kamp. VI.

Mit rasender Schnelle zog von Westen her das Gewitter auf. welches sich an den Ufern des Rheinstroms entladen wollte. Eine drückende Schwüle äng­stigte die Gemüther um so mehr, als unbekümmert um die Gefahr einer.