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schönsten Gestaltung darbieten, sind mit den erwähnten bei weitem nicht erschöpft.
Wir wünschen, daß der Leser von diesen Betrachtungen mit dem Gefühl scheide, von welchem sie eingegeben werden, daß hier ein hoch merkwürdiges, bedeutsames, seltenes Werk vorliegt, dessen Erscheinen auf der eigens für dasselbe zubereiteten Bühne die teilnehmendste Aufmerksamkeit der Kunstfreunde verdient.
Felix Calm.
Briefe eines Luxemburgers an einen Landsmann.
Zweiter Brief.
Es ist schwer. Jemanden des Bessern zu überzeugen, der nicht überzeugt sein will. Ich habe nicht verlangt, du sollst die Sache vom preußischen Standpunkte aus betrachten, sondern einfach von einem unparteiischen und unvoreingenommenen Standpunkte aus. Dafür braucht man kein Preuße zu sein. Ich bin das auch nicht. —
Du sprichst von Deutschland, wie es früher gewesen, nicht von dem Deutschland wie es heute ist. Ich gebe zu, daß in früheren Zeiten nicht alles rosig war in diesem Lande. Unsere deutschen Brüder haben sehr bittere Erfahrungen gemacht. Aber sie haben sich diese Erfahrungen zu Nutzen gemacht und sind durch Schaden klug geworden. — Vor 1866 gab es eigentlich 'gar kein Deutschland. Man kannte nur Preußen, Oesterreicher, Baiern, Würtem- berger, Hannoveraner, Sachsen, Badenser, Hessen, Mecklenburger, Braunschweiger :c. Von allen diesen standen Alle gegen Einen und Einer gegen Alle, vivicls et imxera, hieß die Losung der Bundesregierung. Erhob sich bei einer von diesen Völkerschaften der Oppositionsgeist, der Geist der Freiheit und Unabhängigkeit, gleich mußten die Uebrigen herbei, um mit starker Hand die Gluth zu dämpfen, bevor sie zur hellen und leuchtenden Flamme ward. —
So konnte der freie Geist nirgends aufkommen. Deutschland mußte einig werden, bevor es frei werden konnte. Und wer konnte die Einigung Deutschlands bewirken? Preußen — das verhaßte Preußen — allein. Der große und willensstarke Staatsmann, der heute als Reichskanzler die Geschicke Deutschlands leitet, mußte von dem großen Gedanken erfaßt und begeistert werden, sein Volk zu erlösen aus den Banden des Zopf- und Jun-