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Zwei ungedruckte Briefe Arthur Schopenhauer´s an den Hofrath Böttiger in Dresden.
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Ueber die Freiheit welche ich mir nehme Ihnen mit solcher Zumuthung und einem so langen Brief über meine eigenen Angelegenheiten beschwerlich zu fallen, bitte ich aufrichtig um Verzeihung. Nur im Vertrauen auf ihre bekannte Humanität und Ihre mir besonders geäußerte günstige Gesinnung konnte ich es wagen. Da ich meinen Entschluß bald zu fassen und auszuführen wünsche, werden Sie durch eine recht baldige Antwort zum größten Dank verpflichten

Ewr. Wohlgeborn

ergebensten Diener

Arthur Schopenhauer vi-. ?. 8. Meine Mutter empfiehlt sich Ihnen ergebenst.

Mine Besprechungen.

Der nationale schwäbische Historiker Wilhelm Müller, Professor in Tübingen, hat uns auch dieses Jahr mit dem Bande beschenkt, den er all­jährlich über die weltgeschichtlichen Ereignisse des Vorjahrs herausgibt. In dem Verlage von Julius Springer in Berlin ist der sechste Band seines Gesammtwerkes über diePolitische Geschichte der Gegenwart" erschienen, der das Jahr 1872 zum Gegenstande hat. Für Historiker vom Fach ist aller­dings das Buch nicht geschrieben. Wer unter ihnen möchte sich getrauen, über das vergangene Jahr schon ein abschließendes Urtheil zu fällen, da doch oft viel später die volle Quellenkunde erschlossen zu werden pflegt. Der Ver­fasser selbst ist gezwungen, die Eile seiner Arbeit anzudeuten, indem er eine der wichtigsten Enthüllungen des verflossenen Jahres, die Schrift des Prof. Friedberg in Leipzig über den Baltzer'schen Fall nur noch in seiner Vorrede nach den wesentlichen Ergebnissen benützen kann. In einem Bande, der haupt­sächlich der Schilderung des Kampfes gewidmet ist, welchen der moderne Staat und die moderne Bildung gegen die Anmaßungen der Hierarchie führt, war natürlich jeder derartige Nachweis von größter Wichtigkeit, und der Verfasser wird der letzte sein, der leugnen wollte, daß uns bisher alle Documente und Urtheilsunterlagen über den Kampf unsres Staates mit der Kirche mit Nichten schon vorliegen. Aber jeder Tag fast verbessert diese Lücken unsrer Erkennt­niß. Wie dieangegriffene" Kirche ein Interesse daran hat, den Staat als Friedensstörer zu bezeichnen auf Grund von staatlichen Erlassen, die