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Briefe eines Luxemburgers an einen Landsmann : erster Brief.
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leibung in Frankreich protesttrt und wiederum zu Ende des Jahres 1870 hat es sich enthalten, uns zu annectiren, und zwar unter Verhältnissen, wo es ihm dazu nicht an triftigen Gründen fehlte, und wo in ganz Europa weiter kein Hahn darnach gekräht haben würde. Das beweist doch wohl zur Genüge, daß Deutschland nicht so erpicht ist, uns zu verschlingen, als es noch vor Kurzem Frankreich war. Doch was Deutschland will, und was es im höchsten Grade Recht hat zu wollen, ist dieses: daß wir, als ein neu­trales Land, auch thatsächlich neutral seien, nicht nur dem Namen nach, daß wir nicht fort und fort mit Frankreich, dem geschworenen Feinde Deutsch­lands, liebäugeln, und nicht ohne Unterlaß für Frankreich gegen Deutschland Hetzen und Ränke schmieden, wie das unsere Dunkelmänner im Bunde mit unsern Fransquillons sowohl öffentlich und laut, als still und insgeheim, thun. Singen's nicht die Spatzen von den Dächern? Wenn Deutschland am Ende die Geduld verliert, und seine Hand auf uns legt, so haben wir es uns selbst, uns allein, zu verdanken.

N. Steffen.'

Zwei ungedruckte Iriefe Urthur Schopenhauer's

an den

Hofrath Böttiger in Dresden.*) 1.

Weimar, den 6. Decbr. 1813.

Verehrter Herr Hofrath!

Da das Gerücht nicht meldet, daß Ihnen etwas besonderes Trauriges zugestoßen sei, hoffe ich. daß Sie den unglücklichsten Zeitpunkt Dresdens überstanden haben, ohne mehr zu leiden, als was die allgemeine Noth unab­wendbar mit sich brachte.

Ich nehme mir die Freiheit Ihnen eine Abhandlung zu überreichen, welche ich bei Gelegenheit meiner Promotion habe drucken lassen. Ich habe sie in Rudolstadt, wo ich den Sommer, von allem Getümmel durch die Berge getrennt, zubrachte, ausgearbeitet, in der Absicht sie der Berliner Uni­versität zurückzubringen. Da der Rückweg aber gar zu lange gesperrt blieb, entschloß ich mich sie der Jenaer Universität zu übergeben. Eben jene Be-

") Mitgetheilt von I. K. Seidcmann in Dresden. Die Originale der vorstehenden beiden Briefe befinden sich auf der Königlichen öffentlichen Bibliothek zu Dresden in dem Bande der Briefe an C. A. Böttiger Lvlm-Kvrwtt.