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das ein Tacitus gethan in seiner (-ormxmia? Ist denn Frankreich, das unter dem Jesuitismus seufzende Frankreich, so ganz kerngesund, daß man ihm kein Wort der Belehrung zu sagen hätte im Gewände der Dichtung? Warum nicht, wenn man Tendenznovellen schreiben will, die Wallfahrten von Lourdes :e. geißeln? Am Ende ist es doch ein viel geringeres Vergehen, während des offenen Krieges durch mehr oder weniger gute Kriegslieder die Begeisterung zu nähren, als nachher, wo man Wunden heilen und nichts als Balsam spenden sollte, unter der Maske einer heitern Novelle den Nationalhaß zu nähren und die Feder zum vergifteten Dolche zu machen. In der Revue üss äeux inonäss erscheinen in diesem Augenblick I^ttres üe Herman a DorotniZö, in welchen die Lieblingsgestalten des deutschen Volkes auf eine unfläthige Manier in den Koth gezogen werden. Wohin soll das führen? Und vollends ein schweizerischer Schriftsteller, ja ein Genfer, ein Bürger der Stadt, deren rothes Kreuz im weißen Felde als Standarte der Humanität während der letzten Kriege der Stolz der Menschheit geworden ist; — wie kann ein Bürger dieser Stadt so schlecht seine Aufgabe begreifen? Freilich ein anderer Genfer, Marc Mon- nier, hat auch nichts Besseres zu thun gewußt, als in seinen Marionettenspielen den deutschen Kaiser und Bismarck lächerlich zu machen. Hätte ein Poet, der in deutscher Sprache schrieb, ähnliches gethan, — da läge noch etwas Sinn darin, nämlich jener Sinn, in welchem die römischen Soldaten ihren stolz triumphirenden Feldherrn durch Spott und Witz an seine menschlichen Schwächen erinnerten. Aber einer ohnehin in Selbstverblendung versunkenen Nation diese Selbstverblendung durch derartige Jrrlichteleien noch zu mehren, das ist ein Verbrechen an der Menschheit und namentlich an dem Volke, dem man freundlich gesinnt zu sein vorgiebt.
Kein „deutscher Chauvin" hat diese Zeilen geschrieben, sondern ein Schweizer, allerdings ein Schweizer, der sich in der innigsten Einheit weiß mit dem deutschen Geiste in Poesie, Musik, Wissenschaft und Cultur, der aber seine schweizerische Nationalität über Alles hoch hält, und bei strenger Aufrechterhaltung persönlicher Neutralität schon viel öfter den Vorwurf hat hören müssen, er sei ein Deutschenhasser, als den anderen, er sei ein Franzosenfeind.
I. V. Widmann.
Island und Dänemark.
Aus Kopenhagen.
Während Dänemark bei jeder passenden Gelegenheit aufbäumt und die Erfüllung des bekannten Artikels 6 des Prager Friedens, die Rückgabe Nordschleswigs verlangt, hat es sich in seinem eigenen Hause des Abfalls eines Landes-