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Die Vertreibung der Juden aus Sicilien (1492).
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sei, aus irgend welchem Grunde sich in den Städten, Dörfern und Häfen der Insel blicken zu lassen.

Hundert Jahre später erklärte König Karl II. auf Bitten der Sicilianer welche den darniederliegenden Handel zu heben suchten, die Stadt Mesfina zum Freihafen, und unter den verschiedenen Nationen, denen vollständige Handelsfreiheit daselbst gewährt wurde, fanden sich auch Juden ein, durften sich jedoch nicht dauernd niederlassen und mußten ein Abzeichen tragen. Am 9. October 1728 erließ Kaiser Karl VI. ein Decret, durch welches den Juden die Erlaubniß gegeben wurde, nicht nur in Messina, sondern auf der ganzen Insel Handel zu treiben und in Messina, sich dauernd niederlassen, so daß sie daselbst freie Religionsübung, Synagogen und eigenen Begräbnißplatz, ferner eigene Richter zur Schlichtung ihrer Streitigkeiten sowie freie Erwerbung von Gütern und Verfügung darüber besitzen sollten. Das waren wichtige Rechte; allein sie waren wirkungslos, und die Juden blieben weg.

Im Jahre 1740 forderte Karl III. die Juden gleichfalls auf, sich sowol in Sicilien wie in Neapel niederzulassen; und wirklich kamen auch einige Fa­milien nach Neapel; aber es ist allbekannt, wie zuerst der rohe, unwissende Pöbel sie mißhandelte und dann der Aberglauben des Hofes sie wieder weg­jagte. Die Königin Amalia Walburga hatte nämlich nur Töchter, aber keine Söhne geboren und ein Kapuzinermönch redete dem königlichen Ehepaar ein, ihr sehnlicher Wunsch würde nicht erhöret werden, so lange das fluchwürdige Volk die Luft des Landes verpeste, und so wurde denn nach sieben Jahren jenes Edict widerrufen. Was Sicilien betrifft, so scheint auch die Einla­dung Karl's III. keine Wirkung hervorgebracht zu haben und jene Kata­strophe von 1492 gehört den schlimmsten und unverlöschlichsten Erinnerungen an, welche die spanische Herrschaft in jener Insel zurückgelassen hat.

Zlriedrich von Aaumer.

Im höchsten Lebensalter, das Menschen zu Theil wird, ist am 13. Juni 1873 Friedrich von Räumer abgeschieden, mehr als 92 Jahre alt. Der Nestor unserer deutschen Historiker, war er schon seit Jahren den jüngeren Generationen, auch der Fachgenossen, fremd geworden: gleichsam wie ein An­gehöriger einer anderen Epoche ragte er noch in das wissenschaftliche Leben der Gegenwart hinüber. Mit aller Anerkennung, aber doch mit einer Anerken­nung wie sie auch veralteten und überwundenen Werken gezollt zu werden