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Und diesem richtigen deutschen Gefühl folgend, hat noch der Greis Wolfgang Menzel den Muth gefunden, in tapferen Schriften auf die Seite Preußens zu treten mitten in einer anders denkenden Bevölkerung, sobald im Jahre 18L6 auch dem kritischsten Zweifler das hohe Ziel der Bismarck'schen Staatskunst sich enthüllte. Er that diesen Schritt auch damals mit seiner Eigenart, mit Vorbehalten, mit allen Arten von Wenn und Aber. Aber er ist treu und fest im nationalen Lager geblieben bis an sein Ende. Der große Krieg hat in ihm einen der fruchtbarsten Sammler und Darsteller gefunden. Bis in seine letzten Lebenstage hinein trug er uns rastlos Rüstzeug'zusammen zum Kampfe gegen die schwarzen Feinde des deutschen Staates. Er ist aus der Welt gegangen mit dem schönsten Gefühle, das den hinsinkenden Kämpfer in der Stunde des Todes beseelen kann: daß er Alles erreicht und erfüllt sah. was seiner Jugend und seiner Manneskraft Streben erfüllte.
LrKlärung der Aedaction.
In Nr. 6. d. Blattes von 1872 S. 229 flg. war eine Correspondenz „Aus Schwaben" enthalten, durch welche der Kgl. Württembergische Staatsund Justizmmister Herr von Mittnacht Excellenz sich in seiner persönlichen Ehre verletzt fühlte und zugleich die Ehre des Richterstandes des Königreichs Würtemberg angegriffen glaubte. Der Herr Minister erhob deßhalb in seinem eigenen Name wie als höchster Beamter des Justizdepartements des Königreichs Württemberg Strafklage gegen die unterzeichnete Redaction, welche unter der Erklärung, daß sie den incr. Artikel vor seiner Abgabe zum Druck nicht näher geprüft habe, den Verfasser der incr. Correspondenz zu nennen sich weigerte. Es lag in der Natur der Sache, daß dieser Prozeß, wegen des umfangreichen Materials, welches dabei in Frage kam, sodann wegen Jncidenzfrage, über welche die belangte Redaction die Entscheidung aller Instanzen anrief, endlich wegen wiederholter persönlicher Behinderungen der Parteien eine große zeitliche Ausdehnung in Anspruch nehmen mußte. Ohne irgend eine Verschleppung der Sache Seiten des Gerichts war Ende April 1873 der Zeitpunkt der erstinstanzlichen Entscheidung noch nicht abzusehen. Wie immer jene incr. Correspondenz s. Z. gewirkt haben mag, soviel war unter solchen Umständen gewiß, daß sie der Erinnerung Aller, außer derjenigen, der Nächstbetheiligten heute bereits entschwunden ist.
Unter solchen Umständen hielten beide Theile für angemessen, die Sache beizulegen. Der Kgl. Württ. Herr Staats- und Justizminister von Mittnacht hat die gegen die unterzeichnete Redaction angestrengte Privatklage zu- rückgenomrnen.'nachdem Letztere demselben die hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebrachte Erklärung abgegeben hatte, daß sie keineswegs beabsichtigt hat, durch die incr. Correspondenz den Richterstand des Königreichs Württemberg oder die Person des Herrn Ministers von Mittnacht selbst in ihrer Ehre anzugreifen und zu verletzen, die letztere Absicht ihr auch um so ferner liegen mußte, als ihr die volle Achtung für die bedeutsame politische Stellung tnne wohnt, welche der Herr Minister in den Angelegenheiten des deutschen Reichs wie des Königreichs Württemberg einnimmt.
Die Redaction der Grenzboten. Dr. Hans Blum.
Verantwortlicher Redacteur: vr, HanS Blum. Verlag von F. L. Hrrbig. — Druck von Hiithcl K Lcgler in Leipzig.