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Kleine Besprechungen.
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tretern des 2. September darin einverstanden sind, daß gegenüber allen reichs­feindlichen Bestrebungen ein nationaler Festtag für unser Volk ein wahres Bedürfniß ist, so werden sie es auch als ihre Pflicht ansetzn, dahin mit zu wirken, daß der Tag, für welchen sich bereits im vorigen Jahr die Theil­nahme der Nation in so unverkennbarer Weise ausgesprochen hat, fortan im ganzen deutschen Reich mit gleichen Ehren und mit gleicher Begeisterung be­gangen werde. A. M.

Kleine Besprechungen.

Die deutsche Arbeiterpresse der Gegenwart von Dr. A.Held, Prof. der Staatswissenschaften in Bonn. Leipzig. Duncker Humblot, 1873. — Der Kathedersocialismus muß doch etwas thun, um sich, auch als Socia­lismus, nicht nur als Kathederweisheit zu offenbaren! So mußten wir denken, als uns der Streit zwischen den beiden feindlichen Schulen in der Volks­wirthschaftslehre und Gesellschaftswissenschaft eine große Anzahl Schriften in den letzten Monaten zuführte, die wirklich nur aus dem Motiv der Werbung bei den Massen geschrieben sein können. Der Streit ist nun geschlossen; wenigstens haben die maßvolleren Führer in beiden Lagern den Frieden so gut wie be­siegelt, und ein großer Theil der Streitliteratur, welche diese Fehde hervorrief, wird von uns am glimpflichsten behandelt, wenn wir seiner vergessen, ihn nicht einmal mit dem „Rüffel" bedenken, welcher nach academischem Comment dem sog. „Nachtusch" zukommt. Erschreckend groß ist die Anzahl dieser Art von Anzüglichkeiten gerade aus dem kathedersocialistischen Lager gewesen, aus der Corona der angeblichen Vertheidiger der acad. Würde, die mit „Pathos" den „Nichtsalsfreihändlern" ihr „ethisches" Bewußtsein entgegensetzten. Doch wie gesagt, das sei vergessen!

Die eingangs genannte Schrift wird den Frieden überdauern, von ihr gilt das Vorgesagte nicht. Sie ist freilich auch durch den Streit hervorgerufen und deßhalb keineswegs frei von Tendenz, indem sie den Nachweis versucht, daß die socialen Parteien in Deutschland und ihre Blätter, ebenso wie die Freunde der Gewerkvereine und deren Organe neben ihren politischen Tendenzen wirk­lich auch nachdrücklich und ehrlich an der Hebung und Förderung der arbei­tenden Klassen, an einer wirklich praktischen Lösung der socialen Frage arbeiten. Uns, die wir mitten in den Werken und Worten der Socialdemokratie stehen, ist diese Schrift nur ein Beweis dafür, wie leicht es den socialen Führern werden muß, ihre Anhänger zu bethören, da sie selbst den kritisch geschulten Verfasser mit dem Irrthum erfüllten, als spiele bei den socialen Agitationen aller Farben die Fürsorge für das Wohl der arbeitenden Klassen irgend eine andere Rolle als die des Aushängeschildes. Der Hauptwerth der Held'schen Schrift besteht in der gründlichen Sammlung von Aussprüchen der Partei­blätter aller socialen Richtungen des gegenwärtigen Deutschlands.

B.

Verantwortlicher Redacteur: Dr. Hans Blum. Verlag von F. L. Hervig. — Druck von Hnthel K Legler in Leipzig.