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Ein Gebet Beethovens : neue Mittheilungen aus seinem späteren Leben.
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des Ganzen die Eingangsbitte nochmals ertönt, so ist es, als wenn die das Nachzucken der schmerzlich erregten und jetzt in sich wieder versöhnten Empfin­dung ausdrückenden Synkopen aus dem verminderten Septimenaccord mit deutlichen Worten zu uns redeten. Aber selbst die deutlichsten Worte, wie würden sie die Aufrichtigkeit und Tiefe dieser Empfindung entweihen, und zu unserm wahren Schrecken den Schleier von einem Vorgange abziehen, der in seinem Kern das Geheimniß von Glück und Bestand der ganzen Welt birgt. Sie wären hier wo alles reinstes Gefühl ist, in Wahrheit nurSchall und Rauch umnebelnd Himmelsgluth!" Der Schluß in Dur mit weit hinhallen­der Dominante enthüllt uns die ganze Fülle von Lebenshoffnung, die dieses zu sich selbst und dem Ganzen des Daseins zurückgekehrte Herz beseligt.

Und sind es nicht geradezu neue und nie gesehene Thaten, zu denen darch diese sichere Anknüpfung an das Ewige, Kraft und Entschlossenheit ge­wonnen ist, was nach der Larlpoeinleitung mit ihrer echt Beethovenschen Spannungserregung in dem ^Ilegro risoluto eintritt? Die Allbe-wegung des Lebens und die Kräfte des Alls wiederzuspiegeln, nimmt diese mächtige Finalfuge den in seiner späteren Entfaltung so höchst bedeutenden Anlauf, Die aliune licenzi«, die einigen Freiheiten, womit hier im strengen Styl ver­fahren worden, sind für uns ein gar köstliches Besinnen des Meisters auf das weltentscheidende eigne Ich. Und wenn es auch nur einsam undwie alte Kir- chenchoräle der Mönche", von denen im Tagebuch damals Rede ist, auf die­sen stürmischen Wogen wandelt, es wandelt doch, es ist da und seiner selbst gewiß. Das kleine kuMto des zweiten Themas (v dur) aber klingt wie fernes Erinnern an jenen Grund alles Seins, in dem auch dieses Ich sich wieder­gefunden.

Alles also an diesem machtvoll lebendigen Werke, das wir fast als einzig auflesenswerthe Frucht auf dem langen öden Wege dieser Lebenszeit seit 1816 fanden, überzeugt uns, daß mit dem Meister selbst eine Wandlung vorge­gangen war, die für sein späteres Leben und Schaffen von der entscheidendsten Bedeutung ist und der wir erst die Existenz seiner größten und erhabensten Werke der Ui3sa Lolömms, der 9. Symphonie und der großen fünf letzten Quartette verdanken. Darum verdienten die Umstände und Art der Entstehung dieser Riesensonate" Op. 106 wohl eine ausführlichere Darstellung, wie dieselbe ihr hier zum ersten Male quellenmäßig zu Theil geworden ist.

Frühere Jeldzüge Auslands gegen Khiwa.

Von Orenburg und der Emba, von Paschkend und Perowski, von Krasnowodsk und Tschikischlar rücken die russischen Heersäulen gegen das letzte