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ganze Vorrath in Cours gesetzt ist, führte derselbe Abgeordnete wiederum aus. Der Abgeordnete Bamberger wollte diese Gefahr zwar nicht in demselben Maße anerkennen, aber er wollte doch auch die neuen Goldmünzen solange nicht reichlich in Cours gesetzt sehen, als das Papiergeld noch eirkulirt. Er verlangte, daß die Reichsregierung vor dem Eintritt in die zweite Berathung des Münzgesetzes die bestimmte Erklärung abgebe, daß sie in der nächsten Session ein Bankgesetz vorlegen wolle. Wir glauben, daß diesen Wunsch Jeder theilen muß, der die Tragweite der vorliegenden Angelegenheit ermißt.
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Ms allrömischer Feit.
Seit Otto Iahn sein klares Auge geschlossen hat, ist keiner der Jüngeren zu jener freien Höhe emporgestiegen, auf welcher er gestanden, wenn er, in scheinbar leichtem mühelosem Geplauder und dennoch mit kunstvollster An> ordnung seines Stoffes und in der fesselndsten Darstellung die tiefsten For- schungen deutscher Gelehrsamkeit seinen Volks- Kultur- und Sittenbildern aus der antiken Welt zu Grunde legte.
Der Nachstrebenden sind wenige. Daß sie den Meister nicht erreicht haben, rechnen wir ihnen nicht zum Vorwurf. Es gehörte zu Jahn's Lei. stungen die eigenartige Vielseitigkeit seines Wesens, welches den Pulsschlag unsrer Tage mächtig in sich pochen fühlte, während sein geistiger Blick, mit der Leuchte deutscher Wissenschaft ausgerüstet, in das Dunkel vergangener Jahrtausende versenkt war, und überall Licht und Leben hervorrief, wohin er traf.
Schon zu Lebzeiten Jahn's gab Theodor Simons ein Werkchen heraus, unter dem Titel „Aus altrömischer Zeit." Es enthielt eine Reihe römischer Sitten- und Kulturstudien aus den letzten Tagen der Republik und dem ersten Jahrhundert des Kaiserreichs, die mit Recht gern und viel gelesen wurden. Ein Gladiatorenkampf zu Pompeji 79 nach Chr., die Wagenrennen zu Rom 10 nach Chr., ein Gastmahl des Lucullus u. A. bildeten die Hauptnummern des Buches. Der Verfasser war, wie Iahn von einem neuen Standpunkt aus an seine Aufgabe herangetreten. Er hatte die Toga emaneipirt vom Kothurn, er hatte die Antike befreit von dem Dogma der Langeweile, in dessen Bann sie solange schmachtete, nicht ohne eigene Schuld manches ihrer ehrwürdigen Hohenpriester, der in ehrlichster Absicht des abschreckendem Langweiligen die Fülle über die alte Welt zu Tage gefördert hatte. Simons hatte dagegen zum ersten Male die — im besten Sinne — seuilletonistische Behandlung an-
Grmzvotm II. 1873. 5