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Die österreichische Wahlreform.
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setzten die Gegner ja alles in Bewegung, es zu verhindern. Aber alle Peti­tionen und Intriguen vermochten nichts. Am 6. März wurde das Gesetz vom Abgeordnetenhause en bloe, fast mit Einstimmigkeit angenommen, nach­dem sich die Polen zuvor zurückgezogen hatten. Auch die anderen Factoren, das Herrenhaus und die Krone werden nicht zurückbleiben.*) Ein günstiger Wind weht für die Deutschen. Diese große und für die Deutschösterreicher wichtigste Errungenschaft, wird allen Anläufen und Anfeindungen zum Trotz Gesetzeskraft gewinnen. Möge die deutsche Partei mit gleicher Beharrlichkeit und Mäßigung auf diesem Wege fortschreiten.

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Die Wederbesetzung des philosophischen Lehrstuhles

in Münster.

Die philosophische Facultät der königlichen Academie zu Münster besitzt dieselben Privilegien, erstrebt dieselben Ziele und hat im Allgemeinen auch dieselben Leistungen auszuweisen, wie die philosophischen Facultäten der übri­gen deutschen Hochschulen. Eine Menge tüchtiger geschichtlicher, naturwissen­schaftlicher und philologischer Arbeiten ist von ihr ausgegangen und mit rühmenswerthem Eifer ist man seither bedacht gewesen, die einzelnen Lehr­stühle mit geeigneten Kräften zu besetzen.

Nur eine Disciplin, die Philosophie, ist seither stiefmütterlich bedacht gewesen und scheint auch jetzt noch keines besseren Laufes theilhaftig werden zu sollen. Der vorletzte Inhaber des einzigen Lehrstuhles für Philosophie, Klemens, war viel zu einseitig ultramontan, um seinen Schülern eine be­deutendere wissenschaftliche Anregung geben zu können; seine philosophischen Borlesungen waren ganz nach dem Style eingerichtet, der in den Jesuiten- collegien üblich war und während er, um ein Beispiel anzuführen, Kant in wenigen Stunden abthat, hat er sich in seinen Vorlesungen mit den Schola­stikern des Mittelalters wochenlang beschäftigt. An kirchlichem Fanatismus wurde aber Clemens von seinem nächsten Nachfolger, Stöckl, noch übertroffen, der auf feine Schüler geradezu einen schädlichen Einfluß ausgeübt hat. Seine wissenschaftliche Bedeutungslosigkeit und zugleich der gänzliche Mangel an Ge­wissenhaftigkeit wird am besten dadurch charakterisirt, daß er seine Geschichte der Scholastik, wie eine Recension haarklein bewiesen hat, aus wenigen zum Theil sehr bekannten Compendien nicht compilirt, nein zum großen Theile

-) Das Herrenhaus hat die Hanptnenernna., die directen Reichstaaswahlcn seither (am 27. Marz) mit 18 Stimmen über die Zweidrittelmehrheit angenommen. D. Red.