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Kulturbilder aus einem verflossenen deutschen Kleinstaat : 1. Der Herzog August Christian Friedrich v. Anhalt-Cöthen und fein Staatsgrundgesetz.
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selben die Landstände treten. Die Landstände bestehen aus 12 Mitgliedern, deren 8 aus der Klasse der Ackerbau treibenden Unterthanen, 2 aus der des Handelsstands, 2 aus der des Gclehrtenstands, genommen werden, Sie sollen in den wichtigeren An­gelegenheiten Unseres Landes das Organ Unserer getreuen Unterthanen sein, und Wir behalten Uns vor, wegen des Umfangs ihrer Wirksamkeit sowie wegen ihrer Wahl das Nähere mittelst eines besonderen Nescripts zu bestimmen."

Wir werden im nächsten Artikel schildern, wie diese Gesetze zu dem Cöthen'schen Mikrokosmus passten.

Kus der Keimath des Mmpagners.

ii.

Während der letzten vierzehn Tage im October rollten über das schlechte Pflaster von Reims und Epernay Hunderte von langen schmalen Karren, be­laden mit Fässern neuen Weines von den entfernteren Weinbergen zur Unter­bringung in den gewaltigen Kellern der großen Champagnerfirmen. Hier werden sie verbleiben, so lange dieZöbourdaZe" oder Selbstreinigung des Weines vor sich geht, und bis zum Vorabend der Zeit, wo das Füllen desselben auf Flaschen beginnt, d. h. bis in den April oder Mai, wo der Saft wieder in die Reben tritt. Das Product der verschiedenen Weingärten wird dann gebührend, nach den überlieferten Theorien der betreffenden Fabrikanten, ge­mischt, so daß sich die besonderen Eigenschaften jedes einzelnen verbinden und entwickeln. Wie bereits bemerkt, werden gewöhnlich vier Fünftel Rothwein, der nun eine blasse Rosenfarbe angenommen hat, und welchem der Cham­pagner seine solideren weinigen Eigenschaften verdankt, mit einem Fünftel Weißwein gemischt, welcher demvia xr«Zpar6" Leichtheit und die Kraft des Schäumens verleiht. Man gießt aber nicht bloß Roth, und Weißwein zu­sammen, sondern auch verschiedene Gewächse von beiden Sorten, indem das, was dem Product eines Weinbergs mangelt, entweder durch das eines andern aus demselben Jahre oder durch einen älteren Wein von besserer Qualität er­setzt wird. In den Kellern aller Fabriken sieht man riesige Fässer, von denen jedes Tausende von Kannen ungemischten Weines aus besonders guten Lesen hält, der zur Mischung mit dem Ergebniß der Ernten weniger begünstigter Jahre aufbewahrt wird.

Champagner, der richtig gemischt ist, soll 2 Procent Alkohol (bei der Probe findet man gewöhnlich, daß er deren 4 besitzt) und etwa 355 Gran