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darf, sondern daß sie überall da zu finden ist, wo sie gleichstrebende Menschen mit einem Herzen ohne persönliche Leidenschaft suchen. Es lebe die Concurrenz!
Me Wallfahrt nach Lourdes.
Paris, 8. October.
Gestern, den 7. October, hat Lourdes seinen großen Tag gehabt. Von allen Gegenden Frankreichs haben in den letzten Tagen fromme Pilgrime ihre Schritte nach dem Orte gelenkt? der so plötzlich berühmt geworden ist. Man schätzt die Zahl der Wallfahrer, welche heute in der kleinen Stadt eintreffen werden, auf mindestens 30,000 und es ist angekündigt worden, daß der Bischof von Tarbes, zu dessen Sprengel Lourdes gehört, und mehrere andere hohe Würdenträger der Kirche den versammelten Massen in geistlichen Dingen zu Diensten stehen werden. Sehr schwierig wird es sein, für die ungeheure Menge von Menschen, welche sich dorthin in Bewegung gesetzt haben, in jenem Städtchen, welches nicht viel über vier Tausend Einwohner zählt, Unterkunft zu beschaffen.
Lourdes liegt im Departement Hautes Pvre'ne'es, Arrondissement Argeles, nicht weit von Tarbes, also im südlichsten Winkel Frankreichs, und zeichnete sich bis zum Jahre 1858 durch nichts Anderes als dadurch aus, daß es einen lebhaften Kuhhandel trieb. Es streckt sich im Thal von Lavedan am Eingang einer Bergschlucht hin, wo man es als eine Art Verbindungsglied zwischen Gebirg und Ebene hingesetzt zu haben scheint. Der rundliche Hügel, aus dem es erbaut ist, wird durch das Zusammentreffen von drei Thälern gebildet, und diese Lage gab ihm früher eine gewisse Wichtigkeit in Kriegszeiten. Es ist ein häßliches, düsteres und unregelmäßig angelegtes Nest mit engen krummen Gäßchen, die ebenso schlecht gepflastert als von übelgebauten windschiefen Häusern überragt sind. Ungefähr in der Mitte befindet sich eine Art Marktplatz, ein großes Viereck, wo die Faullenzer und Klatschgevattern des Ortes sich zu versammeln pflegen. Die einzige Merkwürdigkeit des Ortes ist die uralte Burg, die sich über ihm auf dem Kamm eines steilen Felsens erhebt, unter welchem der Gavebach hinrauscht. Eine Ueberlieferung sagt, daß dieses Felsenschloß früher für uneinnehmbar gegolten, da selbst der mächtige Charlemagne vergeblich dessen Erstürmung versucht habe. Gewiß ist, daß der Connetable Duquesclin bei aller seiner Unerschrockenheit es nicht einzunehmen vermocht hat, und daß der Herzog von Anjou nicht glücklicher gewesen ist. Nach wiederholten Stürmen zog er sich entmuthigt und in Ver-