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Aer dreizehnte volkswirtljschafiliche Kongreß in Aanzig.
Zolltarifreform. — Die deutsche Strom- und Ccmalschifffahrt. — Die Schulgeldfrage. — Die Banknotenfrage. — Eisenbahnbeschwerden. — Schluß.
Wir kehren, nachdem wir die wichtige Verhandlung über die Arbeiter- Hülfs-Cassen vorweggenommen, zu der chronologischen Reihenfolge der Verhandlungen des Congresses zurück.
Die Zolltarifreform bildete den ersten Gegenstand der Tagesordnung und wurde mit besonderer Rücksicht auf die gegenwärtige Gestaltung der wirthschaftlichen Verhältnisse Deutschlands und auf die Provinz, in welcher der Congreß diesmal tagte, erst in Danzig dem Programm mit eingefügt. In der That ist noch kein so geeigneter Zeitpunct für die Zolltarifreform wie der gegenwärtige da gewesen, weil die finanzielle Lage des deutschen Reiches eine beispiellos glänzende ist und statt des Zollparlaments jetzt ein Reichstag mit vollem Budgetrecht besteht. Der Congreß brauchte nur sein altes Programm — Abschaffung des Schutzsystems und Vereinfachung des Tarifs — zu wiederholen. Die ursprünglich vorgeschlagene Resolution forderte speciell nur die Aufhebung des Roheisen-Einfuhrzolls, weil derselbe einer der schlimmsten Schutzzölle und namentlich verderblich für die Ostseeländer sei — und außerdem die Aufhebung des noch einzigen Ausfuhrzolls, desjenigen auf Lumpen, welcher die ganze Ausfuhr lästigen Cvntrolmaßregeln unterwirft. Der Congreß ging noch weiter, indem er auch die Aufhebung der Eisenfabrikatzölle, namentlich für Stab- und Walzeisen und sodann im Interesse der inländischen Papierfabrikation auch die Beseitigung der Einfuhrzölle auf Chemikalien für dringlich erklärt. In der Debatte wies der Redacteur der Hamburger Börsenhalle, Dcmnenberg, sehr schlagend nach, daß die Fabrikate des Zollvereins keines Schutzes mehr bedürfen, weil sie auf dem Hamburger Weltmarkte die englischen Waaren mehr und mehr verdrängen. So verkaufen die zollvereins- ländischen Glasfabrikanten ihre Artikel in Hamburg ebenso billig wie die englischen und belgischen, während sie im zollvereinsländischen Harburg etwa 20 Procent theurer verkaufen und mithin diese enorme Differenz als künstlichen Schutzzoll in die Tasche stecken.
Gleich wirksam und wichtig war die Erklärung des Kösliner Papierfabrikanten Wehrend, welcher ledhaft für die Aufhebung der Zölle auf Chemikalien plaidirte und dabei bemerkte, daß die Papierfabriken die Beseitigung des Lumpenausfuhrzolls und die Vertheuerung der Lumpen wohl ertragen und mehr als bisher Lumpen-Surrogate verarbeiten könnten, wenn nur die Chemikalien billiger würden. Beide Maßregeln, die Aufhebung der Chemikalien-