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Frankreich und die allgemeine Wehrlpflicht. X.
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aber in das Detail des Dienstes wesentlich eingreifen zu dürfen. Man wollte durch dies System, außer der größeren Centralisation und Gleichförmigkeit in der ganzen Armee, auch noch die Möglichkeit wahren, bei jedem ausbrechenden Kriege die Zusammensetzung der Truppen zu Brigaden, Divisionen und Corps und die Besetzung der höheren Stellen gerade so einzurichten, wie es für den speciellen Fall am zweckmäßigsten schien. Der Kaiser aber hatte erkannt, daß diese Vortheile untergeordnet seien gegenüber dem großen Vorzug des preußi­schen Systems, nach welchem ein General die Truppe, welche er im Felde führt, schon im Frieden commandirt und ihre Ausbildung leitet, so daß sich beide Theile kennen und die ganze Truppe ein Gefühl alter Zusammengehö- r!gkeit durchdringt. Napoleon setzte jedoch dies Project seinen militärischen Räthen gegenüber ebenso wenig durch, wie das Verlangen eines unabänder­lichen Jahrescontingents. Seltsames Schauspiel eines Monarchen, der sich den Anschein politischer Allmacht gibt und nicht einmal im Stande ist, im eignen Reiche das für gut Erkannte durchzuführen. Cin Beweis, daß die Einsicht ohne den Charakter nutzlos ist. Welch' andere Frucht hat der ernste Ueberzeu­gungskampf getragen, den in ganz denselben Jahren König Wilhelm seiner ebenfalls widerstrebenden Landesvertretung gegenüber siegreich, wenn auch schwe­ren Herzens durchfochten! Der Wille ist's, der macht den Mann!

Marseille's McKgang und seine Koncurrenten aus der

Ueberlandroute.

Es ist noch gar nicht lange her, daß Marseille unbedingt der blühendste und wichtigste Hafen am ganzen Mittelmeer war. Das alte Massillia, dessen freisinnige städtische Verfassung Aristoteles pries, hatte seinen Ruhm bewährt. Würdig und großartig stand der Geburtsort der Marseillaise und des Herrn Thiers in allen seinen Handelsbeziehungen da, eine wahre Königin des mediterrannischen Meeres. Barcelona, Genua, Trieft, durch hohe Bergschranken vom Binnenlande getrennt, schwer zugängig, konnten mit der leicht erreichbaren Stadt unfern der Rhonemündungen nicht concurriren. Selbst das geschäftige Livvrno zeigte mehr locale Bedeutung. Von Neapel, das faul gleich seinen Lazzaroni ist, konnte keine Rede sein denn Campanien war nie ein handel­treibendes Land; Palermo begnügte sich mit seinem Wein- und Orangehandel. Brindifl nannte man gar nicht, Venedig stagnirte in seinen Lagunen, wie es Jahrhunderte schon stagnirt. Was Konstantinopel, Smyrna, Alexandria betraf.