Beitrag 
Eine Berner Patricierin des siebzehnten Jahrhunderts. I .
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

132

gaben kamen. Es handelte sich daher darum, den Schlüssel zu erhalten. Und dieser mußte in den Händen der Madame Perregaux sein. Die Täfelchen wurden einstweilen im Staatsschatz deponirt.

Die Heimlicher verlangten von den beiden Schultheißen Vollmacht, die Madame Perregaux zu verhaften. Diese wurde ihnen verweigert mit der Bemerkung: 1) ein Staatsverbrechen sei noch keineswegs festgestellt, 2) sei die Perregaux nicht mehr Bernerin, sondern in Folge ihrer Heirath eine Fremde. Die Heimlicher, voll Verdachts, die beiden Schultheißen, als Verwandte der Perregaux. seien ihre Mitschuldigen, suchten sich daher auf andere Weise zu helfen. In der Nacht vom 8. auf den 9. December drangen zwei Glieder des täglichen und vier des großen Raths bewaffnet, in Begleitung der Stadt­wache, die Muskete auf der Achsel, die brennende Lunte in der Hand, in die stille abgelegene Wohnung der Perregaux, sprengten die Thüre ihres Gemachs, nahmen die kranke zum Tode erschrockene Frau sammt ihrem Söhnlein ge­fangen und schleppten sie im Nachtgewand in das Gefängniß für Staatsge­fangene in derInsel". Sechzig Louisd'or und sämmtliche Papiere ihrer Cassette nahmen sie in Beschlag, ja sogar einen Beutel mit neuen Spielmarken, die sie ebenfalls für Gold hielten. In derInsel" wurde das Fenster ihres Kerkers gegen jedes Licht abgesperrt und sie mit einer großen und schweren Kette an Händen und Füßen festgeschmiedet. Ihr Knabe fiel vor Entsetzen in Ohnmacht. (Schluß folgt.)

Jas Herannahen der Aholera.

Vom Südosten unsres Erdtheils kommen jetzt Nachrichten, welche uns zur Vorsicht gemahnen. Auf den alten Wegen, die bis ins Herz Europa's führen, schleicht der unwillkommene asiatische Gast uns immer näher, schon ist er in'Kiew, in zahlreichen Bessarabischen Städten, am schwarzen Meere und an der Hand der großen Verkehrslinien wird er leicht, falls ihm nicht Ein­halt gethan wird, bis nach Deutschland vordringen. Der Verlauf der letzten Choleraepidemie liefert uns den Beweis, daß wir nicht zu viel gesagt haben. Da sie ganz genau in allen ihren Stadien verfolgt, von Ort zu Ort nach­gewiesen, jeder einzelne Verschleppungsfall nach Zeit und Art registrirt wurde, so hat man sie auf einer höchst übersichtlichen Karte niederlegen können, die nebst eingehendem Berichte von dem englischen Medicinalinspector John Netten Radcliffe jetzt publieirt wurde.*)

") liovövt DiMsioll ok ekolerii, in ZZurops ^olm sötten HsäeM'ö. liexort marlo to Nr. Simou, rnsäivÄl oMosi- ot' tue nrivz' vounvil c-tv. I^olläou 1872.