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Deutsche Staatsmänner und Abgeordnete : Herr Windthorst.
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faselhaft wie abgestandener schlechter Champagner. Thut man ihm aber erst für diese seine Plänkelei nichts mehr zu gute, was bleibt von dem ganzen Männchen dann groß übrig? Ein geschickter und erfahrener Parteimachinist, aber weiter auch schlechterdings nichts, nicht die Spur von einem wirk­lichen Staatsmann, da ihm die Ideen gänzlich fehlen und alle gründliche Bildung abgeht. Es ist lediglich ein Product seiner gewandten Selbstdar­stellung, daß er diese Hohlheit des Kerns vor der Masse seiner jüngeren Be­kannten bisher ziemlich erfolgreich zu verbergen vermocht hat. Auf die Länge hält die Kunst indessen nicht vor.

Die Denkschrift des sächsischen Kultusministeriums.

Das sächsische Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts hat vor Kurzem bei Fr. Brandstetter in Leipzig eine Schrift herausgegeben, welche zunächst die Bestimmung hat, die Vertreter des sächsischen Volkes nicht in Ungewißheit zu lassen, wie es um das Schulwesen in Sachsen stehe. Diese Denkschrift soll eine Antwort sein auf zwei Artikel, welche in Nr. 43 und 44 der Grenzboten vom letzten Jabrgange enthalten sind.

Auf diese Denkschrift ist vom Cultusministerium schon vor ihrem Er­scheinen hingewiesen worden, als es galt, Angriffen zu begegnen, denen sich dasselbe auf dem Landtage mehrfach ausgesetzt sah. Es würde freilich auf das Land einen ungleich günstigeren Eindruck gemacht haben, wenn das Mi­nisterium schlagfertig dagestanden und die Angriffe an Ort und Stelle beant­wortet hätte. Doch das ist eine Angelegenheit,, welche wir bei Seite lassen können. Man wird allgemein das Verfahren des Ministeriums billigen, daß es in der Denkschrift die besagten Artikel der Grenzboten noch einmal wört­lich zum Abdruck gebracht hat; wenigen ernstgesinnten Männern aber wird die Gereiztheit gefallen, welche in jener Schrift zu Tage tritt. Der Verfasser dieser Artikel freut sich durch eine Erklärung von Seiten der Redaction der Grenzboten der Mühe überhoben worden zu sein, auf die persönlichen Jnvee- tiven der Denkschrift irgend welche Rücksicht nehmen zu müssen. Er wird in seiner Erwiderung, wie auch früher, nur die Sache im Auge behalten.

Die Denkschrift läßt gleich zu Anfang den Vorwurf gegen den Verfasser durchblicken, daß derselbe sächsische Schulzustände nach preußischem Maßstabe gemessen hat. Wir fragen dagegen, welcher Maßstab lag wohl näher und welcher ist gerechter als dieser? Sind etwa die höheren Schulen in Sachsen, die Gymnasien und die Realschulen, so eigenartig gestaltet, daß sie mit den