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Frankreich und die allgemeine Wehrpflicht. III.
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schen des linken Rheinufers eingereiht. Wahrlich! Niemals hat Frankreichs Deutschland besiegt, ohne daß Deutsche unter den Fahnen des Reichsfeindes fochten; niemals wird Frankreich Deutschland besiegen, wenn alle Fürsten, alle Stämme unseres Vaterlandes treu zusammen halten! Außer der ^r- m6e ä'^IIenmZno standen gegen die Coalition noch in Waffen die Armee von Italien unter dem Mcekönige (62,000 Mann), von welcher sich 45,000 gegen die Etsch heranbewegten; ferner das XI. Corps Marmont) in Dalmatien. 12,000 MMN stark, und endlich die Armee im Herzogthum Warschau, 18,000 Polen unter dem Fürsten Poniatowski. Auf dem deutsch-östreichischen Kriegs­theater gebot Napoleon also in Summa über 325,000 Mann,*)

Im April 1809 schlug Napoleon die Oestreicher bei Abensberg und Eck- mühl; aber am 21. und 22. Mai erlitt er selbst den schweren Schlag von Aspern. Die Schlacht von Wagram (5. und 6. Juli) ließ jene Lorbeer» leider fruchtlos bleiben, und unangreifbarer, größer als je fchien Napoleon nach dem Frieden von Wien der Welt zu gebieten an der Spitze dergroßen Armee." Und doch er selbst war sich völlig klar darüber, daß er mit der Armee von Wagram nicht mehr dasselbe wagen dürfe, wie mit der von Austerlitz: die Actionen waren viel schwieriger gewesen, die Generale hatten weit mehr ihre Person einsetzen müssen. Als in der Schlacht von Wagram nach dem Linksabmarsch Masfenas die italienische Armee den Platz im Centrum ein­nahm, avancirte sieZ, äistimes äs irmsss", das heißt mit deployirten, aber dicht aufgeschlossenen Bataillonen es geschah, weil Macdonald nur so der enormen Desertion im Feuer Einhalt zu thun vermochte.

An den Siegen von Abensberg, Eckmühl und Wagram haben in hervor­ragender Weise die Bayern Antheil. Sie standen unter dem Befehl Lefeb- vres, des Herzogs von Dcmzig. Er führte sie auch, 60,000 Mann stark, zur Unterwerfung Tyrols, die indessen dem Heldensinn der Hochgebirgsbauern gegenüber schmählig mißlang. Schuld an solchem vollständigen Fehlschlag trug auch die Disharmonie zwischen dem übermüthigen Marschall und dem seinem Befehl unterstellten Kronprinzen von Bayern. Denn Lefebvre trat mit einer alle Grenzen übersteigenden Frechheit gegen die Bayern auf, sodaß jedes Herz, in dem auch nur noch ein Funke deutschen Selbstbewußtseins glimmte, sich empört fühlen mußte durch so gesuchte Insolenz. So kam es, daßdas bayrische Officiercorps, so nahe ihm auch das traurige Schicksal seiner Leute ging, über die derbe Lection, welche Lefebvre von den so gering geachteten, ohne alle militärische Unterstützung fechtenden Bauern erhalten

Die Zahlen find im Allgemeinen dem Nömoris,! än vvxöt Bllörsl guvrro ent­nommen, im Einzelnen aber mehrfach berichtigt.