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Herr von Mühler
Seite
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unsere ganze Darlegung wohl als das Nothwendige schon gezeigt haben wird: die Verwaltung unserer Schulen wird anderen Männern, als Stiehl und Wiese anvertraut werden müssen. ?

Line ungesühnte Schuld Aoms gegen Deutschland.

Bei der Veränderung, welche durch den Erfolg der deutschen Waffen gegen Frankreich auch in der politischen Lage Roms herbeigeführt wurde, war für die wissenschaftliche Welt in Deutschland von besonderem Interesse, zu er­fahren, wie sich das Schicksal der weltberühmten vatieanisehen Bibliothek gestalten würde. Man weiß, daß dieselbe in päpstlichem Besitz und in den Händen der päpstlichen Verwaltung geblieben ist. So sehr man dies zu be­klagen geneigt sein muß, wenn man die Mängel der bisherigen Bibliothek­verwaltung kennt, wenn man weiß, wie wenig dieselbe einer freien und gründlichen Ausbeutung ihrer Schätze geneigt oder gewachsen gewesen ist, und wie sehr sie, sogar durch die Unzahl römischer Heiligenfeste, die Arbeiten frem­der Gelehrter erschwert hat, so kann man sich dieser Entscheidung als Deut­scher doch in einer Beziehung freuen. Die Sühnung eines an Deutschland begangenen Unrechts, welche durch den Uebergang der vaticanischen Bibliothek in den Besitz des italienischen Staates wahrscheinlich in weiteste Ferne gerückt worden wäre, steht nun vielleicht nahe bevor. Die Auslieferung der pfälzischen Bibliothek an den Papst Gregor XV., unwahr Schenkung genannt, da dem Kurfürsten Maximilian I. von Bayern über die Bibliothek, der nun die vati- canische Bibliothek einen so bedeutenden Theil ihres Werthes verdankt, kein Verfügungsrecht zustand, und die Abtretung durch die Unterhandlungen der Vertreter des Papstes erschlichen wurde, war ein Ereigniß, welches für das geistige Leben Deutschlands von unzweifelhaft schädlicher Wirkung war und als ein den heiligsten Interessen unseres Volkes angethanes schmähliches Un­recht empfunden werden muß. Die Handlungsweise Gregors XV. ist auch von katholischer Seite als das bezeichnet worden, was sie ist (s. Serapeum. 1845. S. 8): »er streckte seine Hand nach fremdem Eigenthums, wie einst seine Ahnen, die alten Römer, nach jedem der ihnen bekannten Welttheile, wie einst David nach dem Weibe Urias des Hethiters." Möge daher der Zeit­punkt, wenn das Papstthum das Gesetz des irdischen Daseins erfüllt, oder immer aufs neue- nichts anderes, als eben nur unser gutes Recht benutzt werden, um Deutschland zu seinem Eigenthum zu verhelfen und auch diese schmerzliche Erinnerung an die deutsche Schmach des siebzehnten Jahrhunderts