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Berliner Briefe.
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hätte man überlegt, daß man mit Tollen, nicht mit vernünftigen Wesen zu thun hat."

Möge die bayrische Regierung wohl beherzigen, daß sie durch Auf­rechthaltung ihrer besonderen Gesandtschaft in Paris mögen die Jnstruc- tionen für diese Gesandtschaft übrigens, wie nicht zu bezweifeln ist, noch so correct lauten dazu beiträgt, in den Augen aller Franzosen den Glauben an die Wahrheit des deutschen Reiches zu erschüttern! Der sogenannte fran­zösische Kon ssns sagt sogleich: wie kann das ein Reich sein, in dem jedes Mitglied als selbständige Macht mit jeder auswärtigen Regierung verkehrt? Die deutschen Einzelstaaten mögen durch weitgehende Verträge gebunden sein, schließlich dürfen sie mit auswärtigen Regierungen darüber verhandeln, wie von diesen Verträgen loszukommen ist. Wozu in aller Welt hätten sie sonst Gesandte, wenn nicht dazu, um sür die Wahrung ihrer Selbstständigkeit und ihrer besonderen Interessen im Ausland gelegentlich Verbindungen zu suchen? Fürstliche Familienhöflichkeiten kann der bayrische Gesandte nicht anbringen wollen bei der Regierung des republikanischen Frankreich. Unterhalten wir uns also mit ihm davon, ob unsere Interessen und die seines Landes nicht früher oder später wieder ihre Berührungspunkte finden müssen.

Es ist doppelt zu bedauern, daß gerade die bayrische Regierung, deren patriotischem Beispiel das deutsche Reich so viel verdankt, diejenige ist. welche nun auf der gefährlichsten Stelle das bedenklichste Beispiel gibt. Noch wäre Zeit, dem begangenen falschen Schritt eine doppelt gute Wirkung abzugewin­nen, wenn er zurückgethan würde. Man denke sich, daß Bayern erklärte, es habe in Ausübung eines ihm zustehenden Rechtes zuerst einen besonderen Ge­sandten bei der französischen Regierung beglaubigt. Es überzeuge sich, daß dieser Schritt Mißdeutungen und durch die letzteren sogar schädliche Folgen nach sich ziehen könne. Es verzichte darum auf die besondere Gesandlschaft in Paris, sich mit der Vertretung der bayrischen Interessen durch das deutsche Reich begnügend.

Würde'eine solche Erklärung den Franzosen die Wahrheit der deutschen Einheit nicht doppelt einschärfen? Wäre diese Einschärfung nicht ein Segen für Europa, für Deutschland für Bayern? Hat Bayern das Blut seiner Söhne nicht reichlich genug auf französischem Boden opfern müssen, um die Wieder­holung solcher Opfer nicht fcheuen zu dürfen, um nicht auch aus dem kleinsten Grad der Mitwirkung bei der Herbeiführung neuen Blutvergießens eines Tages sich schwere Vorwürfe machen zu müssen.

Berliner Briefe.

Unter den aussterbenden Species befindet sich auch eine, welche Darwin nicht zu classificiren unternommen hat: die Veteranen. Es gibt deren, wenigstens in Deutschland, unter den Soldaten nicht mehr. Wenn man heute in den Straßen von Berlin einen Zug Soldaten sieht, der etwa zur Ab­lösung marschirt, so muß man wirklich erstaunt sein darüber, wie wenig Leute noch die erst jüngst verliehene Combattanten-Medaille für 1870/71 tragen. Die große Mehrzahl sind Recruten. Und das Militär-Wochenblatt verkündet, daß' das Netablissement der Armee so ziemlich vollendet ist. Wir können das Geheimniß unserer Stärke in alle vier Weltgegenden hinausrufen ohne Vaterlandsverrath, dennsie haben Augen und sehen nicht, sie haben