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Holland und Rom.
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festlichteiten stehen uns aber vollends in den nächsten Jahren bevor: die Belagerungen von Alkmaar, Haarlem, Leiden u. s. w.! Dagegen haben die Katholiken ihre Gorcumschen Märtyrer aufzuweisen, und so arbeiten die Verhältnisse von allen Seiten daran, das gute Einvernehmen der Bürger ver­schiedener Religionsbekenntnisse zu stören. Bei der Pius - Feier im Anfang dieses Jahres hat man von allen Seiten gezeigt, daß man Maaß zu halten weiß : die protestantische Bevölkerung namentlich hat dabei überall sehr kaltblütig zugeschaut. Zu hoffen ist, daß die Katholiken sich eben so verhalten werden.

Sollten sie sich aber zu Agitationen veranlaßt sehen, und z. B. in der römischen Gesandtschafts-Angelegenheit zu einem allgemeinen Petitionensturm übergehen, der von derTyd" angeregt wurde, dann würden gewiß auch protestantische Manifestationen hervorgerufen werden. Vielleicht ist aber eben ein Zeichen der Mäßigung, daß nur die Bischöse sich an den König ge­wendet haben. Schließlich sei noch erwähnt, daß die erste Kammer das durch den Antrag Dumbar amendirte Budget allerdings verwerfen, und da, durch die Abberufung des Gesandten beim Papste noch auf kurze Zeit hinausschieben kann. Wie aber die Verhältnisse liegen, ist das kaum zu erwarten.

Z)er gegenwärtige Stand der Uordpoffrage.

Halten wir uns an die Thatsachen. Es war im Jahre 1865 als der see- und eiserprobte Capitän Sherard Osborn den Vorschlag machte, die Nordpolreisen, die seit langem geruht, wieder aufzunehmen und endlich den weißen Fleckoben" auf unseren Karten auszufüllen, der nicht weniger als eine Fläche von 140,000 Quadratmeilen unbekannter Länder und Meere repräsentirt.

Halloh, schrie der englische Durchschnittsmensch, voran die Times, auf ein so unfruchtbares Feld lassen wir uns nicht mehr verlocken! Was ist dort oben zu holen? Einige hundert Meilen Küstenlinien werden in die Karte ein­gezeichnet, einige wissenschaftliche Beobachtungen gemacht, die Annalen der Schifffahrt sind um etliche Beispiele von Muth und Ausdauer bereichert. Das ist alles. Sherard Osborn hat aber die Genugthuung auf der Erdachse ge­standen zu haben ^ falls er bis zum Pole vordringt. Lassen wir also die geographische Modethorheit, die so verlockend aufgeputzt wird, bei Seite.

Aber nicht diese den Philisterstandpunet repräsentirenden Ansichten des Eockneythums verhinderten die Ausführung von Sherard Osborns Plan

Krenzboten I. 1872. 9