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Holland und Rom.
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Holland und Uom.

Die Zeitungen werden Ihren Lesern mitgetheilt haben, daß die zweite Kammer der Generalstaaten den Beschluß der Abschaffung der niederländischen Gesandtschaft beim Papste gefaßt hat.

Holland mußte diesen Schritt thun, wenn es das einmal angenommene Princip der Trennung des Staates von der Kirche eonsequent durchführen wollte. Es konnte ihn viel eher thun, als andere Staaten, weil noch nirgends dieses Princip factisch so durchgedrungen ist, wie hier. Dennoch ist der Be­schluß in der Kammer nicht ohne scharfen Widerspruch der Katholiken, Conservativen undAntirevolutionäre" durchgegangen. Selbst der Minister Herr Gericke widersetzte sich demselben, wahrscheinlich deßhalb, weil er Katholik ist. Beiläufig bemerkt haben die Katholiken der Niederlande Recht, wenn sie behaupten, in ihrer Kirche bestehen keine Parteien, denn man kennt hier nur Ultramontane.

Der Minister hatte in seinem Budget für das folgende Jahr den Posten für die Besoldung des römischen Gesandten vorgetragen. Man hätte annehmen können, er habe persönlich die Aufhebung der Gesandtschaft nicht beantragen, und die Initiative dazu der Kammer selbst überlassen wollen. Als College des Ministers Herrn Thorbecke, der so viel zur Trennung des Staates von der Kirche beigetragen, und die Ministerien für Religions­sachen beseitigt hat, hätte man von ihm wenigstens glauben können, er würde dem Wunsche der Kammer nicht widerstreben. Aber er sowohl, wie alle katholischen Abgeordneten, haben in der letzten Zeit gezeigt, daß sie dem Libe­ralismus entsagt haben.

Der Abgeordnete Dumbar beantragte Streichung des Ausgabepostens für die römische Gesandtschaft. Die Gegner des Antrags führten an:Holland sei nicht berufen in dieser verwickelten europäischen Angelegenheit die ersten Schritte zu thun. Man müsse abwarten, was andere Staaten thäten, dann könne man folgen. Holland komme in allen Angelegenheiten und überall hinterher, warum wolle man nun vorausgehen?" Natürlich hat die Aeuße­rung solcher Gründe das Nationalgefühl des Volkes sehr gekränkt.Weil wir eben," so ruft man aus,so häufig die Letzten sind, müssen und wollen wir auch einmal die Ersten sein, und Europa durch selbständiges Handeln zeigen, daß wir noch eine selbständige Nation sind."

Die Katholiken warnten vor der Zwietracht, die durch Annahme des Antrages gesät würde. Man müsse Frieden stiften! Einer ihrer Abgeord­neten jedoch erklärte:Die katholischen Provinzen lieferten die besten Sol­daten; die Zeit könne nach der Zurückberufung des römischen Gesandten