Beitrag 
Bogumil Goltz.
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967
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Jogmnil Hoch. 5)

Bogumil Goltz war als Schriftsteller ein Original, das seines Gleichen nicht har. ein Autor, welchen keine der zur Zeit geltenden Poetiken und Li­teratur-Theorien sich unterfangen sollte, in eine ihrer engen Kategorien zu dringen, der durch keinen ihrer Maßstäbe meßbar ist. Dies muß jedem ein­leuchten, der auch nur einen Band von Goltz gelesen hat. Aber noch viel schärfer und tiefer, als in seinen literarischen Producten. hob er in der Eigen­thümlichkeit seiner persönlichen Erscheinung, seiner mündlichen Mittheilung, seiner Umgangsformen sich ab von der großen Menge und Masse der All­tagsmenschen, die er durch die Gewalt seines Eindrucks zwang, ihm nicht etwa zu Gute zu halten und zu vergeben, sondern als sein eigenthümliches Recht anzuerkennen, was sie ihresgleichen nimmermehr verzeihen könnten und würden. Die Eigenthümlichkeiten und Besonderheiten, welche den Mann nicht von andern, in gleicher Zeit und gleichem Raume mit ihm lebenden Menschen trennten und etwa gar isolirten, wohl aber in kennbarster Weise auszeichneten, waren jedoch eine Art Erbgut, angestammte Naturgaben, die er freilich in geistvoller und tiefherzlicher Weise ausgebildet hat, zum Theil von den Verhältnissen seiner Jugendzeit darin begünstigt und gefördert, zum Theil aber auch mit der innern Kraft sich dem äußern Zwange und Drucke entgegenstemmend und die hemmenden Schranken durchbrechend.**)

") Diese Arbeit wurde, mit geringen Veränderungen in der Form, am Jahresfest des Co- Pernicus-Vereins in Thorn, den 19. Februar 1871, als Gediichtnißrede vorgetragen. Die Noten find, mit Ausnahme der Bemerkungen über die Familie und Abstammung des Dichters, neu hinzugefügt. Was bisher in verschiedenen Zeitschristen über die Lebensumstände von Bogumil Goltz berichtet wurde, ist sehr lückenhaft und großentheils unrichtig. Diese Arbeit dagegen, aus den Erinnerungen einer fünfzigjährigen Bekanntschaft und den Mittheilungen der Familie meines verstorbenen Frenndes geschöpft, giebt in den Thatsachen durchaus Sicheres und zuverlässiges, freilich aus Rücksichten des Raumes auch noch nicht ganz Vollständiges.

Der Verf.

") Ueber die früheren Vorfahren von Bogumil Goltz giebt nur eine mündliche Ueber­lieferung sehr unzureichende Auskunft. Der Großvater desselben ist nach dieser Tradition der Sprößling einer preußisch-polnischen Adelsfamilie gewesen, welcher von den Eltern zur Zeit des Krieges, den Carl Xll. v. Schweden in Polen und Westprcußen führte, in diesem letztern Gebiete der Pflege deutscher Leute überlassen wurde und bei ihnen den Namen dieser Adels­familie, jedoch ohne die Bezeichnung der adligen Abstammung, behielt.

Grenzbotcn I. 1871. 122