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Zur Münz/rage.
Goldthaler oder Goldgulden? Von G. D. Augspurg, Mitglied deS deutschen Reichstags. (Schluß.)
Wie ich in einem anderen Artikel noch ausführlicher zeigen werde, darf man sich keinen Befürchtungen über große Unannehmlichkeiten oder Verluste während der Uebergangszeit hingeben. Auf den Gang des Edelmetallmarktes im großen Verkehre wird und muß unsre Münzreform eine gewisse Wirkung ausüben, die wir, nachdem einmal die Münzreform begonnen hat, absichtlich weder herbeiführen, noch vermeiden können. Sie wird aber schwerlich unter gegenwärtigen Umständen so große Schwankungen veranlassen können, daß die Preise der täglichen Bedürfnisse in erheblicher Weise dadurch beeinflußt werden würden, und nachher, sobald wir die Goldwährung haben, werden sie an Festigkeit gewonnen haben. Sollte der Werth des Silbers auf dem Weltmarkte sinken, so wird nothwendiger Weise während der Uebergangsperiode der Silberpreis der neuen Goldstücke bei uns nach und nach gehoben werden müssen; sonst würden sie wieder aus dem Lande strömen, und die ganze Operation wäre verfehlt. Hält sich dagegen der Silberpreis in London, so wird der Uebergang zur Goldwährung zu einem Curse vor sich gehen, d, h. so lange wir noch nach Silber rechnen, würde der Preis der neuen Goldstücke unverändert bleiben. Ist nach und nach das Silber verschwunden und Gold an seine Stelle getreten, so bedarf es nur der Verkündigung des Gesetzes, daß Gold jetzt das gesetzliche Zahlmittel sei, um den Uebergang vollendet zu sehen. Von dem Gange des Edelmetallmarktes in London wird auch mehr oder weniger abhängen, bis zu welcher Periode sich die gegenwärtigen kleineren Silbermünzen noch benutzen lassen werden, und wann die Nothwendigkeit eintreten wird, neue nach der Centesimaltheilung in Circulation zu setzen, falls man nämlich das oben erwähnte einfache Mittel einer geringen Werthveränderung der Scheidemünze nicht anwenden will. Auf S. XII des Vorworts läßt mich Herr Dr. Weibezahn, als eifrigsten Bertheidiger der Goldkrone, ihr in einem mit Wahrscheinlichkeit eintretenden Falle den Rücken zuwenden und benutzt eine ganz unschuldige Aeußerung von mir als Waffe gegen mich. Ich bitte ihn, die betreffende Stelle meines V. Heftes nochmals zu vergleichen, und halte für unnöthig, darauf eine Erwiederung zu geben. Aus S. XIV. u. ff. schiebt mir Herr Dr. Weibezahn allerlei seltsame Dinge unter als z. B.: erstens, daß nach meiner Behauptung das Silber erst eine Entwertung von 7°/« erleiden müsse, bevor der Uebergang zur Goldwährung stattfinden könne.
Grenjbotcn I. 1871. 113