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Vom württembergischen Landtag.
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Selbständigkeit der Einzelstaaten, aufrichtiges Verfassungsleben u. s. w. Ver­fasser des Schriftstücks ist Carl Mayer.

Die Erklärung der Großdeutschen, die einen etwas verschämten Parti- cularismus athmet, beginnt damit, daß die Unterzeichner mit dem Ziel einer bundesstaatlichen Einigung einverstanden seien, aber daß sie als den geeig­neten Weg dazu die Annahme der norddeutschen Verfassungohne wesent­liche Aenderungen derselben" nicht anzuerkennen vermögen, verlangtwahren Constitutionalismus", und mißbilligt es, wenn der Geist der Nation dem Geiste untergeordnet würde, der den Nordbund beherrscht.

Einen Fortschritt, ein schwaches Symptom der Besserung werden aller­dings milde Beurtheiler in dem Wortlaut dieser Erklärungen nicht verkennen. Beide Parteien geben doch im Princip die bundesstaatliche Einigung mit Nordöeutschland zu, wogegen eben bisher ihre lebhafte Polemik gerichtet war. Nur Schade, daß sie sich beeilen, diese Einigung an unerfüllbare Bedingungen zu knüpfen. Und fast ist man geneigt, auch dies noch mehr auf Rechnung des Unverstands als des üdlen Willens zu setzen. Oder ist es nicht naiv, in Einem Athem größere Selbständigkeit der Einzelstaaten undwahren Con­stitutionalismus", in Einem Achem Lockerung und straffere Centralisirung der Bundesgewalt zu verlangen? Freilich wenn zugleich die Nase gerümpft wird über denGeist, der den Nordbund beherrscht" in einem Augen­blick, da durch den Nordbund, seine Verfassung, sein Seewesen, seine Politik und recht eigentlich durch den ihn erfüllenden Geist, den Geist der Hingebung und Pflichterfüllung, Deutschland, gerettet worden ist, so ist das nicht mehr mit bloßem Unverstand zu entschuldigen. Hier bricht die Gesinnung durch, die in den Rheinbundsrönigreichen groß gezogen worden ist, und welcher die Erhebung des deutschen Volkes etwas Fremdes, Unverstandenes ist und bleibt.

Hätte die Negierung noch irgend welche Zweifel gehabt, ob ihr Entschluß der Kammerauflöfung richtig gewählt war, so hätten sie durch diese moti- virten Abstimmungen vollends zerstreut werden müssen. Sie wären die nach­trägliche Rcchtferugung ihres Schrittes. Die freimüthige loyale Begründung, welche die Negierung duich den Mund des Ministers Scheurlen Hem Decret der Auflösung vorausschickte, hat den besten Eindruck gemacht. Sie kün­digte an, daß die Regierung entschlossen ist, dem Bund beizutreten, und ver­trauensvoll wendet sie sich an die Wähler, welche durch neue Abgeordnete das Verfasfungswerk für Württemberg sanctioniren sollen. Württemberg wird das erste Land sein, das den durch den Krieg erweckten Stimmungen und Ueberzeugungen durch das allgemeine Stimmreckt Ausdruck geben soll, das erste Land, das zu der errungenen Einigung Ja und Amen sprechen soll: noch einmal ist ihm vergönnt des Reiches Fahne voranzutragen.

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Kriegsbericht.

Metz und Bazaine.

Der Fall von Metz hat auf einige Tage die Ungeduld der Deutschen beschwichtigt. Das Ereigniß war so ungeheuer, die Einzelheiten so höchst er­staunlich, die Siegesbeute so über alle Berechnung groß, daß sogar diejenigen unter unseren lieben Landsleuten erstaunten, welche seit drei Monaten durch die größten historischen Effectscenen gesättigt waren, und ganz ähnlich wie die Zuschauer in den letzten Acten eines Schauerdramas starte Wirkungen bedurften, um noch in Verwunderung zu gerathen. Während in Deutschland Grcnzbote» IV. 1870. 30