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Das zweite Kaiserreich im Lichte der französischen Geschichtsschreibung : V. Von Villafranca bis Soledad.
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schieden tadelnde Depesche an Prim gerichtet. Zwei Tage darauf schlug sie Frankreich vor, daß die drei Mächte zu einer Berathung über die neu zu gründende Monarchie zusammentreten möchten. Frankreich wies den Vor­schlag zurück; und jetzt spricht Calderon Collantes plötzlich seine rückhaltlose Billigung der Politik Prims aus. Prim hatte eben von Anfang an Na­poleons Absichten durchschaut, der minder scharf blickende Minister merkte erst in Folge der Zurückweisung des oben erwähnten Vorschlags, daß der Kaiser besondere Pläne verfolge; und jetzt beeilte er sich, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

G. Z.

Kriegsberichte der Grensiwten.

Von der Armee des Kronprinzen.

3. Auf der Höhe der Vogesen.

Luneville, 16. August.

Als nach der Schlacht bei Wörth die dritte Armee des deutschen Heeres in die Thäler und Pässe der Vogesen eindrang, war die Absicht, die franzö­sische Stellung bei Metz-Thionville zu umgehen und das feindliche Heer in der rechten Flanke zu fassen. Der Kaiser hat sich dieser Katastrophe entzogen, seine Armee hat die Saar, die Meuthe-Mosellinie preisgegeben, Luneville hat artig einen Nippes, seinen vergoldeten Stadtschlüssel, dem Kronprinzen eingesandt, es ist sogar zweifelhast, ob sich bei Chalons der Feind stellen kann, es ist wahrscheinlich, daß die Völkerschlacht erst in der Nähe von Paris geschlagen wird. Wenn sie geschlagen wird! Denn es liegt im Interesse des Kaisers, alles zu thun, um diese letzte Katastrophe von sich abzuwenden, und wir merken, daß er jede diplomatische Kunst aufbietet. Oestreich und Italien in bewaffneterNeutralität" alliirt, der König von Italien dem Kaiser durch jenen berüchtigten Vertrag zur Heeresfolge verpflichtet, das giebt eine Kette geheimer und halber Allianzen, bei denen der Kaiser die Absicht hat, dem Kabinet von Wien genau dieselbe Jnterpositionsrolle gegen Preußen zuzutheilen, welche er selbst im Jahr 1866 sich ersonnen hatte. Eitele Hoff­nung! Es wird' der wuchtigen Faust des deutschen Volksheeres gelingen, dieses diplomatische Drahtgeflecht zu zerschlagen, dies und den kaiserlichen Thron dazu.

Unterdeß schwindet dem Kaiser seine Armee dahin. Es scheint dem zweiten Kaiserreich beschieden zu sein, an einer Reihe von Täuschungen und Phrasen ebenso unterzugehn, wie es durch Täuschungen und Phrasen herauf-