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Ueber Goethe's: Was Neueste von Mundersweilern.
Ein Beitrag zur Kritik des Goethe-Textes.*)
Die folgende Mittheilung über authentische Lesarten des Neuesten von Plundersweilern und über die erste Vorstellung dieses guten Schwanks denke ich nicht unschicklich in die Hände der Grenzboten zu legen, die uns von Zeit zu Zeit mit erheblichen Nachträgen zur Goethe-Literatur aus Handschriften zu erfreuen pflegen.
Das Bild, nach Goethe's Angaben gezeichnet und in Aquarell gemalt von Krauß, welches das Neueste von Plundersweilern zu sehen gab, wie es die Marktschreier-Verse des Gedichts hören lassen, blieb (versteht sich, im Nachlaß der Herzogin Amalie, der es verehrt war) wohlerhalten, wie 35 Jahre nach seiner Entstehung Goethe am Schluß des einleitenden Vorberichts bezeugte, mit welchem er das Gedicht zum erstenmal in der ^bändigen Ausgabe der W. (im neunten Bande 1817) im Druck erscheinen ließ Unter Großherzog Karl Friedrich war es im Schlößchen zu Tiefurt in einem Zimmer, das noch andere verwandte Bilder aus dem Kunstnachlaß. Amaliens enthielt, aufgehängt und wurde von Vielen oft hier gesehen, wo es noch gegenwärtig in unveränderter Umgebung zu sehen ist. Damals wurde Diezmann darauf aufmerksam gemacht und erhielt Erlaubniß, das Bild copiren zu lassen. So hat er es, verkleinert, in der Modezeitung heraus-
') Mit einem, wenn noch so bescheidenen Beitrag zur Goethe-Textkritik in diesen Blättern aufzutreten, bin ich lange schon aus besonderem Anlaß verlangend. Als nämlich im Frühjahr 1867 meine Anzeige und Vertheidigung der Monographie von M. Bernays „über Kritik und Geschichte des Goetheschen Textes" in den Grenzboten erschien, folgten im nächsten Hefte „Ein Beitrag zur Textkritik des goetheschen Clavigo" und im ferneren „ein Beitrag zur Kritik des Wilhelm Meister", welche zusammen eine Reihe Erinnerungen gegen Textherstellungen von Bernays und Rechtfertigungen der beseitigten Lesarten enthielten. Was mich hierbei anfocht, war nur, daß das S. unter beiden Aufsätzen für Unterzeichnung meiner Wenigkeit mit dem Anfangsbuchstaben meines Namens genommen werden konnte. Wer von meiner Anzeige nur flüchtig Notiz genommen, konnte glauben, meine Vertheidigung der Methode von Bernays schließe im einzelnen Falle der Anwendung eine Meinungsverschiedenheit nicht aus. Daß diese Annahme nicht eitel war, bewies bald darauf die Beurtheilung der Schrift von Bernays, die mein Freund Sauppe in den Göttinger Gelehrten Anzeigen gab. Er bezog sich auf die Gegenbemerkungen meines mir unbekannten Doppelgängers mit dem Ausdruck, er könne „seinem lieben Freunde S." nicht Recht geben. Das MißVerständniß aber, das zwischen uns beiden sich heiter löste, erwies mir denn doch die Nothwendigkeit, das Autorrecht jenes mir unbekannten Verfassers wenigstens insoweit sicher zu stellen als ich meinerseits an seinem Artikel auch nicht den geringsten Theil zu haben behaupten kann. Indessen «ersparte ich diese Berichtigung, da sie zur Kritik des Goethe- Textes nur mittelbar gehört, auf eine Gelegenheit, wo ich etwas diesen unmittelbar Betreffendes mitzutheilen im Falle sein würde. A Schöll. — sJenes Zeichen S. ist den erwähnten Artikeln von 1867 nicht durch den Verfasser, sondern durch die Redaction d. Bl. zugesetzt worden. Die Red.)