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Die religiöse Bewegung in der Schweiz.
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sprüche der Kirche wahrgenommen werden kann, sie führt überall nothwendig zu einer Lösung der Schule von der Kirche und vermag allein den Staat vor der Verbildung zu bewahren, welche unzeitgemäße confessionelle Doktri­nen und verkümmerte Sittlichkeit eines Kirchensystems den Landeskindern bereiten könnte. Den Kirchen gegenüber. und dies gilt nicht nur von der katholischen, sind die Regierungen allein nicht im Stande, kräftige Hüter der staatlichen Ordnung und der für die höchsten Staatszwecke nothwendigen idealen Bildung des Volkes zu sein. Auch die politischen Vertreter einer Nation werden nur ausnahmsweise ihrer Regierung die gehobenen Arme stützen; dazu muß das Volk selbst helfen. Vorbedingung dafür aber ist, daß unter allgemeiner Theilnahme die Grenzen der Staatsmacht und die Rechte der Konfessionen zeitgemäß neu abgegrenzt werden. Und in dieser Hin­sicht sind die Schweizer den Deutschen um mehrere Schritte voraus. Es ist kein Zufall, daß unter allen Staaten mit deutscher und romanischer Bevölkerung die Schweiz den Ansprüchen der römischen Curie am entschlossensten ent­gegenzutreten vermag. Gegen die Beschlüsse einer Regierung vermag der Priester das Volk in Bewegung zu setzen, gegen Volksabstimmungen ist die Kirche machtlos.

Neue Werke der deutschen Localgeschichte.

Die Literatur der deutschen Localgeschichte ist so umfangreich geworden, daß dem Einzelnen die Bewältigung des massenhaft gesammelten Stoffes fast un­möglich wird. Im Ganzen ist auch hier, wo dilettirende Geschäftigkeit schwer fernzuhalten ist. derselbe Fortschritt zu rühmen, welchen die moderne deutsche Geschichtswissenschaft in ihren größeren Leistungen gethan hat: eine neue kri­tische Revision der gesammten Ueberlieferungen und emsige Herausgabe der Quellenwerke. Dazu gehören nicht allein schriftliche Auszeichnungen alter Zeit, auch zahlreiche Ueberlieferungen in Sprache, Sitte, praktischer Thätigkeit der Lebenden. Und es sieht nicht so aus, als würden diese Quellen jemals erschöpft werden denn jede Zeit beurtheilt alte Zustände nach den ethischen und poli­tischen Gesichtspunkten, welche ihr selbst eigen sind, und jede sucht in der Vergangenheit zuerst Ursprung und Wachsthum solcher Culturverhältnisse, welche als neu erstanden, vorzugsweise die Aufmerksamkeit der Zeitgenossen erzwungen haben. Deshalb wird in jeder Zukunft die Nation an ihre Ver­gangenheit neue Fragen stellen und aus den Ueberlieferungen solche Seiten