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zu übergeben..... Auf alle Fälle beschließe ich hierüber nichts definitiv, bis
ich weiß, ob Du kommst oder nicht.
Dein neuer Freund v. Kleist interesstrt mich so sehr, daß Du mich durch nähere Nachrichten von ihm sehr verbinden würdest. Natürlich bin ich auch begierig, mit dem ersten Product, womit Du (wiewohl incognito) im Publico aufgetreten bist, bekannt zu werden. Melde mir also den Titel und den Verleger, damit ich baldmöglichst mich in den Besitz eines Exemplars setzen könne.*)
Dem T. Merkur wird vermuthlich am letzten dieses Jahres zu Grabe geläutet werden. Der Absatz nimmt mit jedem Jahrgang ab und was der dermahlige Verleger pr. Honorar geben will, ist weniger als der elendeste Romanschreiber verdient. Ueberhaupt hat es noch nie so schlecht um den Buchhandel gestanden als dermahlen. Von Geßnern habe ich seit Jahr und Tag keine Zeile erhalten. Ich wünsche sehr zu wissen, wie seine Sachen stehen, und was für Aussichten er in der neuen Ordnung der Dinge hat. Wenn den Zeitungen zu glauben wäre, so ließe sich alles ganz gut bey Euch an; in Frankreich hingegen zeigen sich seitdem sich Napoleon zu dem bekannten, (wie ich besorge) falschen Schritt hat verleiten lassen, Aspecten von schlimmer Vorbedeutung. Schreibe mir so oft als möglich, lieber Sohn, und sey versichert, daß niemand meinem Herzen näher ist als Du. Tausend herzliche Grüße an Deine gute Schwester und ihren Mann. Wollte Gott, ich könnte den Rest meines Lebens bey Euch in der Schweitz beschließen! Lebt wohl, meine Kinder! W.
Vielleicht veranlaßt diese Veröffentlichung etwa noch vorhandene Briefe des Sohnes Ludwig Wieland ans Tageslicht zu bringen, in denen er dem Vater über Heinrich von Kleist Nachricht gab. —
") Demnach cxistirten Briefe Ludwig Wieland's in denen er über Heinrich von Kleist berichtete. — L. Wieland's Dialogen und Erzählungen, von seinem Vater herausgegeben, erschienen (I. Theil) in Leipzig 1803 und (II. Theil) in Zürich 1805 (bei Heinrich Geßner). Ist vielleicht hier von seiner Bearbeitung des zerbrochucn Kruges die Rede?
Aus Schwaben.
8. Mai.
Mit der Ernennung Geßler's, des Kanzlers der Universität Tübingen, zum Minister des Cultus und Uuterrichts ist das Ministerium wieder vervollständigt. Erst nach dieser Ergänzung werden nun vollends die Abstriche im Budget, mit welchen die Stände bei ihrem Wiederzusammentritt erfreut